Wertpapierarten: Sicherheit, Rendite oder Risiko

Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine Investition in Wertpapiere. Doch vor allem Einsteiger sind oft unsicher, welche der verschiedenen Wertpapierarten für sie geeignet sind. So unübersichtlich die Masse an Möglichkeiten auf den ersten Blick auch wirkt – so gibt es doch einen entscheidenden Vorteil: Jeder Anlegertyp findet das passende Wertpapier, ganz gleich, ob die höchste Priorität Sicherheit oder Rendite ist und ob er bei seinen Geldanlagen risikofreudig agiert. Informieren Sie sich jetzt über die wichtigsten Arten von Wertpapieren.

Die wichtigsten Arten: Wertpapiere im Überblick

Die meisten Menschen denken in Zusammenhang mit Wertpapieren zuerst an Aktien. Auch Investmentfonds erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Doch es gibt eine Reihe weiterer Wertpapiere: Arten, Unterkategorien und die wichtigsten Eigenschaften finden Sie im Folgenden auf einen Blick.

Wertpapiere für konservative Anleger

ETFs »

ETFs, wie Exchange Traded Funds kurz genannt werden, sind eine Unterkategorie von Fonds, die sich in den letzten Jahren stetig steigender Beliebtheit erfreut. Die Besonderheit: Sie bilden einen bestimmten Index nach, etwa den deutschen Aktienindex DAX oder den Weltaktienindex MSCI World. Das bedeutet, der betreffende Index wird kopiert: Mit einem ETF investieren Sie also in die gleichen Wertpapiere. Damit entfällt die Notwendigkeit eines Fondsmanagers – und Sie können sich freuen, dass ETFs meist günstiger sind als aktiv verwaltete Fonds.

Anleihen »

Zu wichtigen Wertpapierarten gehört auch die Anleihe. Dabei handelt es sich um ein fest verzinstes Wertpapier, das beispielsweise von Unternehmen oder Staaten vergeben wird. Mit dem Kauf einer Anleihe leihen Sie dem entsprechenden Herausgeber, dem sogenannten Emittenten, Geld und werden damit zu seinem Gläubiger. Der Emittent ist verpflichtet, die Anleihe zurückzukaufen. Zusätzlich erhalten Sie regelmäßige Zinszahlungen. Es gibt verschiedene Arten von Anleihen:

  • Unternehmensanleihen: Herausgeber ist ein Unternehmen
  • Staatsanleihen: Emittent ist ein Staat

Wertpapiere für renditeorientierte Anlageziele

Aktien »

Aktien sind die wohl bekanntesten Wertpapiere. Es handelt sich dabei um verbriefte Anteile an Unternehmen. Sie ermöglichen es Ihnen also, in ein bestimmtes Unternehmen zu investieren, indem Sie an der Börse Anteile in Form von Aktien kaufen. Als Aktienbesitzer sind Sie also Anteilseigner und Aktionär. Im Zuge dessen haben Sie bei wichtigen Unternehmensentscheidungen ein Mitspracherecht. Außerdem werden Sie entweder in Form von Dividenden an Gewinnen des Unternehmens beteiligt oder profitieren durch einen Verkauf Ihrer Aktien nach einem Kursanstieg. In schlechten Börsenphasen müssen Sie im Gegenzug mit Verlusten rechnen.

Fonds »

Fonds sind für viele Einsteiger die erste Wahl. Dabei handelt es sich nicht um ein einzelnes Wertpapier, sondern um eine Bündelung mehrerer Einzeltitel, beispielsweise Aktien oder Anleihen. Sie können Anteile an einem bestimmten Fonds kaufen und investieren so automatisch in mehrere Wertpapiere, ohne sie einzeln erwerben zu müssen. Ihr Vorteil: Investmentfonds werden professionell gemanagt. Das bedeutet: Sind Sie einmal Fondsbesitzer, müssen Sie sich selbst um nichts kümmern. Der Fondsmanager erledigt den Kauf und Verkauf von Wertpapieren. Hierfür wird in aller Regel eine Verwaltungsgebühr berechnet.

Bei Fonds gibt es zahlreiche verschiedene Arten. Wertpapiere und Investitionen orientieren sich dabei an bestimmten Anlageklassen. Dabei kann es sich um Aktien, Immobilien oder andere Fonds handeln. Die jeweilige Anlageklasse nimmt auch Einfluss auf Risiko und Rendite des jeweiligen Fonds. Bekannte Fonds-Kategorien sind:

  • Aktienfonds: Investition in Aktien
  • Rentenfonds: Investition in verzinste Wertpapiere
  • Immobilienfonds: Investition in Immobilien
  • Geldmarktfonds: Investition in Geldmarkttitel und liquide Wertpapiere
  • Dachfonds: Investition in andere Fonds
  • Mischfonds: Investition in mehrere Anlageklassen

Spekulative Wertpapiere

Zertifikate »

Zertifikate sind eine spezielle Form von Anleihen. Rechtlich ist das Zertifikat eine Schuldverschreibung. Rückzahlung und Verzinsung unterliegen bestimmten, vorab festgelegten Bedingungen. Meldet die herausgebende Bank des Zertifikats Insolvenz an, ist es möglich, dass Sie Ihren kompletten Einsatz verlieren. Sie können die Wertpapiere entweder direkt über den Herausgeber oder über die Börse handeln.

Ein Zertifikat gehört zur Kategorie der Derivate. Es bezieht sich in der Regel auf einen bestimmten Basiswert. Das kann eine bestimmte Aktie, ein Index oder ein Rohstoff sein. Beim Kauf eines Zertifikats setzen Sie auf die Kursentwicklung dieses Basiswerts. Die Besonderheit: Sie können auch dann profitieren, wenn andere Anleger Geld verlieren – und zwar indem Sie auf fallende Kurse setzen. Bevor Sie investieren, sollten Sie jedoch bedenken, dass es sich hier um eine riskante und oft wenig transparente Anlage handelt. Zertifikate sind deshalb nur für erfahrene Trader geeignet.

Die Welt der Zertifikate ist nahezu unüberschaubar – es gibt eine Reihe von Unterkategorien. Dazu gehören beispielsweise:

  • Partizipationszertifikate: Basiswert wird 1:1 abgebildet. Mittlerweile werden Partizipationszertifikate auf Indizes häufig durch ETFs ersetzt.
  • Bonus-Zertifikate: Festlegung einer Bonusschwelle und eines Sicherheitslevels. Wird dieses Sicherheitslevel innerhalb eines bestimmten Zeitraums nicht unterschritten, erhalten Sie eine Auszahlung in Höhe Ihrer Bonusschwelle. Wird das Sicherheitslevel jedoch unterschritten, verlieren Sie einen Teil Ihres Einsatzes und bekommen nur Auszahlungen in Höhe des aktuellen Kurses. Bei einer Überschreitung der Bonusschwelle können Sie sich über Auszahlungen in Höhe des Kurses freuen.
  • Discount-Zertifikate: Anleger erhält beim Kauf des Zertifikats einen Discount gegenüber dem direkten Kauf des Basiswerts. Die Rückzahlung am Ende der Laufzeit ist bei positiver Entwicklung des Basiswerts auf einen Maximalbetrag begrenzt.
  • Aktienanleihen: Gehört trotz des Namens zur Gruppe der Zertifikate. Der Basiswert sind Aktien. Während der Laufzeit erhalten Sie eine feste Zinszahlung. Wird zudem eine vorab gesetzte Kursschwelle nicht berührt oder unterschritten, bekommen Sie nach Ablauf der Laufzeit 100 % des Nominalwerts zurück.
  • Knock-Out-Zertifikate: Ermöglichen Ihnen eine überproportionale Partizipation am Kurs des Basiswertes. Festgelegte Knock-Out-Grenze sorgt dafür, dass das Zertifikat beim Erreichen dieser wertlos wird, wodurch das eingesetzte Kapital verloren geht.

Optionsscheine »

Optionsscheine sind verbriefte Optionen und eine weitere Unterkategorie von Zertifikaten, gehören also zur Familie der Derivate. Auch sie zählen zu hochspekulativen Geldanlagen und eignen sich nur für Fortgeschrittene und Börsen-Profis. Wie Zertifikate basieren Optionsscheine auf einem bestimmten Basiswert. Der Inhaber des Optionsscheines sichert sich mit diesem das Recht, eine vereinbarte Menge des Basiswerts innerhalb eines festgelegten Zeitraums zu einem bestimmten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Je nach Art des Optionsscheins können Sie auf steigende oder fallende Kurse wetten. Das Wertpapier kann nur an der Börse gehandelt werden.

Futures »

Der Future ist ebenso wie das Zertifikat und der Optionsschein ein derivatives Finanzinstrument. Es handelt sich dabei, wie der Name vermuten lässt, um ein Termingeschäft in der Zukunft. Das bedeutet, Sie einigen sich beim Kauf des Zertifikats mit Ihrem Handelspartner darauf, ein bestimmtes Produkt, den Basiswert, in einer vereinbarten Menge zu einem späteren Zeitpunkt zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Der große Unterschied zu Zertifikat und Optionsschein liegt darin, dass Sie sich mit dem Zertifikat zur Abnahme bzw. Lieferung des Basiswertes verpflichten – ganz gleich, ob Sie Käufer oder Verkäufer sind. Im Gegensatz zu anderen Derivaten hat keiner der Vertragspartner ein Wahlrecht – deshalb spricht man auch von einem unbedingten Termingeschäft.

Optionen und CFDs: Keine Wertpapierarten

In Zusammenhang mit Wertpapieren fallen häufig auch Bezeichnungen wie Optionen oder CFDs. Und obwohl sie zur Familie der Derivate gehören, sind sie keine Wertpapiere. Zur besseren Einordnung und Unterscheidungen werden die Anlageformen an dieser Stelle dennoch kurz erklärt:

  • Optionen: Ein an der Terminbörse handelbarer Terminkontrakt mit einer festen Laufzeit. Mit ihm erwerben Sie das Recht einen bestimmten Basiswert zu kaufen. Die Besonderheit: Optionen können nicht nur von Banken erstellt und verkauft werden, sondern auch von Privatanlegern. Nicht zu verwechseln mit Optionsscheinen, die zu den Zertifikaten gehören und damit trotz des ähnlichen Namens eine andere Anlageform darstellen.
  • CFDs (Contract for Difference): Ein Derivat, mit dem Sie an der Kursbewegung eines Basiswertes partizipieren können, ohne den Basiswert selbst erwerben zu müssen. Der Wert des Differenzkontraktes ergibt sich aus der Differenz des Basiswert-Kurses zum Kaufzeitpunkt und zum Verkaufzeitpunkt, Spread genannt. Um mit CFDs handeln zu können, benötigen Sie ein gesondertes CFD-Konto. Beachten Sie jedoch, dass es sich dabei um hochspekulative und riskante Geldanlagen handelt, die sich nur für erfahrene Börsen-Profis eignen. Eventuelle Verluste können sogar noch über den Totalverlust hinausgehen.

Definition: Was ist ein Wertpapier?

Ein Wertpapier ist eine Urkunde, die bestimmte Rechte, Geld- oder Vermögenswerte verbrieft, die wiederum nur in Kombination mit dem Besitz des Wertpapieres ausgeübt werden können. Dabei kann es sich beispielsweise um eine Aktie handeln, die Anteile an einem Unternehmen verbrieft. Der Begriff selbst stammt noch aus einer Zeit, in der Geschäfte analog abgewickelt wurden. Damals erhielten Wertpapier-Eigentümer nach dem Kauf eine physische Urkunde, die sie zuhause aufbewahren konnten. Mittlerweile läuft der Handel mit Wertpapieren fast ausschließlich digital und über das Internet ab. Ein Wertpapier wechselt dort nur in elektronischer Form den Besitzer.

Eigenschaften von Wertpapieren

Die verschiedenen Arten von Wertpapieren haben bestimmte Eigenschaften gemein. Sie bestimmen den Charakter eines Wertpapiers:

  • Handelbarkeit: Man versteht darunter die Übertragung von Besitzrechten. Laut Gesetz müssen alle Wertpapiere handelsfähig sein. Voraussetzung dafür ist die Verkehrsfähigkeit.
  • Verkehrsfähigkeit: Sie beschreibt die Übertragbarkeit eines Wertpapiers. Wie einfach kann der Besitzer wechseln? Je unkomplizierter, desto verkehrsfähiger wird ein Wertpapier eingestuft.
  • Verbriefung von Rechten: Alle Wertpapiere verbriefen ein bestimmtes Recht. Inhaber von Aktien haben beispielsweise ein Stimm- und Vermögensrecht.
  • Leistungsanspruch: Der Besitzer eines Wertpapiers kann gegen Vorlage seiner Urkunde die verbriefte Leistung beanspruchen und beispielsweise bei der Aktionärsversammlung von seinem Stimmrecht Gebrauch machen.
  • Verlust: Was geschieht bei Verlust eines bestimmten Wertpapieres? Je nach Art des Wertpapiers müssen bestimmte Maßnahmen ergriffen werden, um das verbriefte Recht geltend machen zu können.
Attraktive Rendite bei der Geldanlage: Wertpapiere optimale Ergänzung

Tagesgeld und Sparkonten bieten kaum noch Rendite. Deshalb sind Wertpapiere eine sinnvolle Ergänzung für Ihre Vermögensanlage. Achten Sie auf eine breite Risikostreuung, können Wertpapiere Ihre Gesamtrendite verbessern, ohne dass Sie ein zu hohes Risiko eingehen.

Wertpapiere: Arten nach Risiko einordnen und auswählen

Je tiefer Sie in die Welt der Börse einsteigen, auf desto mehr Wertpapiere, Arten der Geldanlage und Unterkategorien werden Sie stoßen. Doch welche Wertpapierart ist die richtige? Da es auf diese Frage keine einfache Antwort gibt, gilt es, Ihren individuellen Weg zu finden. Der erste und wichtigste Schritt ist eine Einschätzung Ihres Anlegertyps: Wie risikofreudig sind Sie? Wie hoch priorisieren Sie Sicherheit? Welche Renditeerwartungen stellen Sie an Ihre Investitionen? Treffen Sie erst dann eine Auswahl, wenn Sie konkrete Antworten auf diese Fragen haben. So können Sie bestimmen, welche Wertpapiere für Sie geeignet sind und sich im Anschluss für ein entsprechendes Anlageprodukt entscheiden.