In Gold investieren

Als die Prinzessin ihre goldene Kugel in den Brunnen fallen lässt, ist sie so verzweifelt, dass sie sich bereit erklärt, den Frosch bei sich aufzunehmen. Dagobert Duck liebt seine Münzen so sehr, dass er täglich darin badet. Diese große Leidenschaft für Gold teilen sicher nicht alle Menschen. Doch ist es kein Wunder, dass das edle Metall immer wieder eine Rolle in Geschichten oder Filmen spielt.

Seit jeher zieht Gold die Menschen in seinen Bann. Bereits seit mehreren tausend Jahren ist es Zahlungsmittel, symbolisiert Reichtum und Wohlstand. In der Welt des Rohstoffhandels steht es seit Jahren für Sicherheit und gilt als bewährte Krisenwährung. Besonders in Zeiten, in denen Anleger aufgrund wirtschaftlicher Krisen oder politischer Spannungen um ihr Geld bangen, steigt die Nachfrage schnell stark an. In schwierigen Zeiten verlassen sich viele Investoren, die ihr Geld anlegen möchten, gerne auf den Wert des Goldes.

Der Wert des Goldes

Bild zeigt Goldbarren und Münzen

Der großen Wert, den Gold für die Menschen hat, ist der Grund dafür, dass es besonders in Zeiten von Inflation und zunehmender Entwertung von Geld als Wertaufbewahrungsmittel gilt. Wenn Papiergeld in eine Krise gerät, weichen Anleger immer wieder gerne auf wertstabile Währungen aus. Zu diesen gehört Gold ganz besonders, obwohl es kein Rohstoff ist, der einen speziellen Nutzen oder jährliche Erträge bringt.

Der weltweit größte Gold-Abnehmer ist die Schmuckbranche. Bereits den zweitgrößten Teil der Nachfrage machen Investitionen in Gold aus. Der hohe Wert des Goldes fußt zum einen auf der begrenzten Verfügbarkeit, aber auch auf dem seit Jahrtausenden bestehenden Glauben der Menschen an ebendiesen Wert. Die Berechnung von Gold erfolgt in Unzen, wobei eine Unze etwas über 31 Gramm enspricht.

Wie kann man in Gold investieren?

Wie bei anderen Rohstoffen können Anleger, die in Gold investieren möchten, zwischen verschiedenen Alternativen wählen. Dabei ist es nicht nur möglich, Wertpapiere zu erwerben. Wer seine Anlage gerne in den Händen halten möchte, kann mit Gold ebenfalls auf seine Kosten kommen und es in physischer Form kaufen.

  • Goldankauf in physischer Form, z. B. Goldbarren
  • börsengehandelte Produkte z. B. Fonds, Zertifikate etc.
  • Anteile an Goldminen-Unternehmen, z. B. Aktien

Physischer Goldkauf

Wer einen Teil seines Vermögens in Gold anlegen möchte und Fan handfester Anlageprodukte ist, kann hier besonders auf seine Kosten kommen. Im Gegensatz zu Rohstoffen wie Getreide, das in so großen Mengen gehandelt wird, dass es in seiner natürlichen Form nur selten eine Rolle spielt, ist es auf dem Goldmarkt ganz und gar nicht ungewöhnlich, das Edelmetall in Form von Goldbarren oder Münzen zu erwerben. Diese können zur Sicherheit in einem Bankschließfach verwahrt werden. Bedenken sollte man, dass in einem solchen Fall meist Miet- und Versicherungskosten anfallen.

Börsengehandelte Produkte

Zudem kann man an der Börse oder über Broker mit Gold handeln. Auch dabei haben Anleger die verschiedensten Möglichkeiten. Häufig wird in Goldfonds oder ETF’s, also börsengehandelte Investmentfonds, investiert. Darüber hinaus spielen im Rohstoffbereich derivative Finanzprodukte wie Zertifikate, Futures oder Optionsscheine eine Rolle.

Derivate sind hochspekulative Finanzinstrumente, deren Wert sich nach den Preisen bzw. Kursen anderer Finanzprodukte richten. Auf der einen Seite ist es so möglich, sehr hohe Gewinne zu erzielen. Auf der anderen Seite sind sie stark risikobehaftet. Große Goldbörsen befinden sich in New York, Tokio und Chicago.

Anteile an Unternehmen

Natürlich ermöglichen auch Anteile an Unternehmen eine Anlage in Gold. Aktien von Goldminen oder Bergbauunternehmen machen ihre Besitzer zu Anteilseignern an der jeweiligen Mine bzw. des Unternehmens. Besitzer dieser Gold-Aktien können durchaus eine gute Rendite erwirtschaften. Jedoch hängt ihr Erfolg nicht nur von der Entwicklung des Goldpreises, sondern auch von Faktoren wie den Personal- und Schürfkosten oder der politischen Lage ab. Zusätzlich müssen etwaige Börsengebühren und Aufschläge bedacht und mit der möglichen Rendite verrechnet werden.

Gold als Teil des Depots

Alle, die auf eine breit gefächerte Anlagestrategie setzen und in Gold investieren möchten, können das Edelmetall anteilig ins Depot aufnehmen. Wer noch auf der Suche nach dem passenden Depot ist, wird am schnellsten durch einen direkten Vergleich verschiedener Angebote fündig.

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Anlage Gold: Preis neigt zu Schwankungen

Der Goldpreis entsteht durch Angebot und Nachfrage. Diese orientieren sich wiederum an Punkten wie Inflationsängsten, Finanzmarktzinsen, dem Kurs des Dollars, in dem Gold vorwiegend gehandelt wird, sowie kurzfristigen Ereignissen, Spekulationen und langfristigen Erwartungen. Sogar die Hochzeitssaison in Indien, zu der Goldschmuck ganz besonders begehrt ist, hat Einfluss darauf, zu welchem Preis man Gold kaufen kann. Viele dieser Faktoren sind kaum kalkulierbar. Aus diesem Grund neigt der Goldpreis, wie alle Preise im Rohstoffbereich, zu starken Schwankungen, die selbst für Branchenerfahrene kaum vorherzusagen sind.

Goldpreis: Euro oder Dollar?

Wer sein Geld in Gold anlegen möchte oder bereits in Goldbesitz ist, beobachtet in der Regel die Entwicklung des Goldpreises, um den besten Einstiegs- oder Ausstiegszeitpunkt abzupassen. Besonders wichtig dabei ist, den Goldpreis nicht nur in Dollar, sondern auch in der eigenen Währung zu beobachten. Denn in Zeiten eines schwachen Euros ist es möglich, dass der Goldpreis in Euro steigt, während der Dollarpreis sinkt. Amerikaner würden dann vielleicht eher dazu neigen, ihre Goldreserven abzustoßen, während es für Europäer kein Verlust wäre, ihre Investitionen zu halten.

In Gold anlegen: Chancen und Risiken

Wenn man einen Teil seines Vermögens in Gold investieren möchte, kann und sollte man natürlich nicht einfach die Brieftasche zücken und Gold kaufen. Jeder Anleger sollte sich zunächst genau informieren und einige Faktoren bedenken. Denn wie die meisten Geldanlagen bietet auch Gold attraktive Vorteile, bringt jedoch auch einige Risiken mit sich.

Vorteile der Goldanlage

Aufgrund des begrenzten Vorkommens ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich der Wert des Goldes eines Tages auf Null beläuft oder die Nachfrage völlig ausbleibt. Diese Vermutung dürfte einer der Gründe dafür sein, dass Gold als Krisenwährung gilt und besonders in Zeiten von Inflation, wirtschaftlichen Krisen oder politischer Instabilität beliebt ist.

Ein weiterer Vorteil von Gold gegenüber Wertpapieren ist dessen Greifbarkeit. Wer physisches Gold kauft, hat die Möglichkeit, sein Vermögen direkt vor sich zu haben. Hat man Probleme mit Finanzprodukten wie Zertifikaten oder Optionsscheinen, kommt man mit dieser Art der Anlage womöglich besser klar. Denn hier kann man Barren oder Münzen einfach im Tresor oder Bankschließfach lagern und muss lediglich den Goldpreis im Blick behalten.

Bild zeigt Bulle und Bär in Gold, die auf Geldscheinen stehen

Nachteile der Goldanlage

Der Goldpreis neigt zu extrem starken Schwankungen. Er halbiert und verdoppelt sich teilweise innerhalb weniger Jahre. So sagt ein aktueller Goldpreis nichts über die Goldpreisentwicklung der nächsten Monate oder gar Jahre aus. Die Anlage ist deshalb risikoreich. Denn die Chance auf herbe Verluste ist ebenso hoch wie die auf hohe Gewinne.

Anleger sollten außerdem bedenken, dass sie nur dann Gewinne erzielen können, wenn der Goldkurs steigt. Gold wirft im Gegensatz zu anderen Anlageformen keine jährlichen Zinsen ab. Das bedeutet, dass der Anleger nur dann Gewinn macht, wenn er sein Gold zu einem höheren Preis verkauft als er es zuvor gekauft hat.

Welche Strategie ist die sinnvollste?

Wie in allen Bereichen, so gibt es auch beim Handel mit Gold keinen sicheren Weg, der Gewinne garantiert und Risiken vollkommen ausschließt. Gold gilt zwar weitestgehend als krisensicher, trotzdem raten viele Experten davon ab, zu große Teile des eigenen Vermögens in Gold anzulegen. Stattdessen sprechen sie sich dafür aus, Gold als Teil einer breit gestreuten Anlagestrategie ins Depot aufzunehmen und so für Stabilität zu sorgen. Sie empfehlen dabei, dass der Anteil von Gold im Gesamtdepot nicht höher als zehn Prozent sein sollte.

Wer sich für sein Depot eine hohe Stabilität wünscht, wird ohnehin auf eine breite Streuung achten. Da sich verschiedene Geldanlagen unterschiedlich voneinander entwickeln, können sinkende Aktienkurse von einem stabilen Goldpreis ausgeglichen werden und umgekehrt. Dies gewährleistet eine gewisse Sicherheit des Anlagevermögens im Depot. Wer zunächst noch auf der Suche nach einem passenden Depot ist, sollte bei der Wahl des Brokers darauf achten, dass der Handel mit Gold bei diesem möglich ist.

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