Devisen – Wissenswertes zu Währungen und deren Handel

Münzen, Kurs, Geldscheine - Devisenhandel

Der Handel mit Devisen gehört zu den Königsklassen des Wertpapierhandels. Der Währungsmarkt ist der größte Finanzmarkt der Welt. Für viele ist der Devisenhandel verlockend, denn hier sind große Gewinne mit zum Teil sehr geringem Kapitaleinsatz möglich. Entsprechend hoch ist aber das Risiko. Bevor man sich überhaupt auf diese Handelsart einlässt, sollte man sich umfassend über Devisen und deren Handel informieren.

Was sind Devisen?

Als Devisen werden Guthaben auf Konten im Ausland in einer Fremdwährung bezeichnet. Ebenso Schecks, die in Fremdwährung ausgestellt sind und Wertpapiere, deren Wert in einer Fremdwährung angegeben ist. Entscheidend ist hier, dass es sich bei Devisen um eine andere Währung handeln muss, als die eigene inländische Währung. Das Guthaben auf einem französischen Konto eines deutschen Staatsbürgers gilt zum Beispiel nicht als Devisen, da auch in Frankreich der Euro als Währung geführt wird ebenso wie in Deutschland. Bargeld und Münzen in einer fremden Währung werden übrigens nicht als Devisen bezeichnet, sondern als Sorten.

Der Devisenmarkt


Broker für Forex-Handel finden:

Um am Devisenmarkt zu handeln, ist ein Konto bei einem Forex-Broker notwendig. Dabei sollte man auf die Kosten- und Leistungen des Forex-Brokers achten.

Forex-Broker im Vergleich »

Devisen werden nicht an einer Börse gehandelt, sondern außerbörslich am sogenannten Foreign Exchange Market, auch kurz Forex genannt. Dabei handelt es sich nicht um einen lokalen Markt mit einem festen Standort. Seit Etablierung des Internets für Wertpapiergeschäfte ist auch der Devisenmarkt zu einem virtuellen Handelsplatz geworden, an dem Devisen online gekauft und verkauft werden können – in der Regel 24 Stunden täglich und das weltweit. Um aktiv am Forex-Handel teilzunehmen und Währungen am Devisenmarkt zu handeln, müssen Privatleute ein Konto bei speziellen Forex-Brokern eröffnen. Weitere Marktteilnehmer sind in der Regel Zentralbanken, Banken und Unternehmen.

Außerdem werden am Devisenmarkt auch die Devisenkurse gebildet. Diese bilden einen Wechselkurs, also wie der Preis einer Währung im Verhältnis zur inländischen Währung steht. Anders als bei Aktienkursen hat dies nicht nur Auswirkungen für die Anleger, die auf steigende oder sinkende Kurse spekulieren, sondern auch auf Normalbürger. Denn hier wird auch der Wechselkurs gebildet, zu dem man Geld in eine Fremdwährung tauscht, wenn man zum Beispiel ins Ausland in den Urlaub fährt oder aber online in einem ausländischen Shop einkauft. Auch Währungsrechner rufen diese Daten ab, um stets aktuelle Ergebnisse liefern zu können.

Der Handel mit Devisen

Anders als bei Aktien, können Devisen nicht einfach gekauft werden, sondern müssen gegen andere Devisen getauscht werden. Deshalb werden sie immer in Währungspaaren gehandelt; man bietet eine Währung an und erhält dafür eine andere. Es gibt verschiedene Standard-Währungspaare die vermehrt gehandelt werden, wie zum Beispiel Euro zu US-Dollar (EUR/USD), US-Dollar zu japanischem Yen (USD/JPY) oder Schweizer Franken zu Euro (CHF/EUR). Zudem hat man unterschiedliche Möglichkeiten mit Devisen zu handeln: zum Beispiel Zertifikate, Optionsscheine und Future-Kontrakte. Für Privatanleger ist vor allem der sogenannte Margin-Handel interessant, da sich hier bereits mit kleinem Einsatz Ergebnisse erzielen lassen.

Devisen-Handel für Privatanleger

Mann vor zwei Bildschirmen, auf dem Devisenkurse zu sehen sind

Zunächst muss auf das hohe Risiko des Forex-Handels hingewiesen werden. Der Devisenmarkt ist der größte Finanzmarkt der Welt und unterliegt einer Unzahl an Einflüssen, die in ihrer Gesamtheit nicht überschaubar sind. Der Devisenhandel ist hochspekulativ und birgt neben der Chance auf schnelle Gewinne auch das Risiko ebenso hoher schneller Verluste. Es sollte daher stets nur mit Kapital gehandelt werden, das der Anleger nicht braucht und dessen vollständigen Verlust er verkraften kann.

Devisen-Handel mit Margin

Für Privatanleger ist der Margin-Handel sehr interessant, da bei diesem auch mit wenig Kapital bereits gehandelt werden kann, verantwortlich dafür ist der Einsatz von Hebeln. Der Kapitaleinsatz bei solchen Hebelgeschäften – nicht nur beim Devisen-Handel – wird Margin genannt. Aber was bedeutet das? Der Anleger hinterlegt beim Broker eine Sicherheitsleistung, zum Beispiel 1.000 Euro. Der Broker wiederum bietet dem Anleger dann einen Hebel an, zum Beispiel 1:100. Daraus ergibt sich, dass der Anleger nicht mit einem Kapitaleinsatz von 1.000 Euro Devisen handeln kann, sondern dank des Hebeleffekts mit 100.000 Euro. Durch die größere Spekulationssumme ergibt sich automatisch eine höhere mögliche Gewinnsumme bzw. Verlustsumme.

Das Handelsprinzip folgt dann dem von CFDs. Es wird also entweder auf sinkenden oder steigende Kurse gesetzt. Dadurch hat man die Möglichkeit auch bei fallenden Kursen Gewinn zu machen. Devisen werden bis zur vierten Nachkommastelle angegeben. Gewinne ergeben sich in der Regel aus geringen Veränderungen der Devisenkurse und der durch Hebel erhöhten Kapitalsumme.

Voraussetzungen für den Handel mit Devisen

Für den Devisen-Handel sind vertiefte Börsenkenntnisse unerlässlich. Börseneinsteiger sind mit der Funktionsweise, der Markteinschätzung und dem Risikomanagement, das für den Handel mit Währungen notwendig ist, schlichtweg überfordert. Risikofreudige Experten können die Chancen des Devisen-Handels nur dann wahrnehmen, wenn sie ein Konto bei einem Forex-Broker eröffnen. Zudem ist eine spezielle Handelssoftware notwendig, die aber häufig von den Brokern bereitgestellt wird. Generell sollte nur nach umfassender Recherche gehandelt und nur Geld eingesetzt werden, das nicht anderweitig benötigt wird.

Devisen – wichtiger Einflussfaktor für die Weltwirtschaft

Jeder der schon einmal ins Ausland gefahren ist, kennt es: der Wechselkurs bestimmt wie viel der ausländischen Währung man für einen Euro erhält – und wie günstig oder teuer man im Ausland einkaufen kann. Dieses kleine Beispiel lässt sich aber auch auf die Weltwirtschaft anwenden, denn auch die Unternehmen kaufen und verkaufen ins Ausland und sind abhängig von guten Devisenkursen. Je nach Verhältnis der inländischen Währung zur ausländischen werden die Ex- oder die Importe durch den Devisenkurs befördert. Letztlich hat der Devisenmarkt somit auch Einfluss auf alle anderen (Finanz-)Märkte. Dies macht den Handel mit Devisen so spannend, aber auch so unberechenbar.