Depotübertrag

Aktuell profitieren Privatanleger stark vom Wettbewerb zwischen Depotbanken und Onlinebrokern. 2017 können alle Neukunden Prämien und Boni erhalten, wobei Depotwechslern zusätzliche Sonderkonditionen angeboten werden. Die Formalitäten beim Wechsel werden dabei vom neuen Broker begleitet und können genau wie die Depoteröffnung bequem von zuhause erledigt werden.

Depotwechsel – Wohin kommen die Wertpapiere?

Aktuell profitieren Depotwechsler gleich doppelt: Sie können sich sowohl Neukunden-, als auch Wechselprämien sichern. Die Neukundenboni umfassen dabei Startguthaben, Sachprämien oder günstigere Orderkonditionen. Die Wechselboni, bei denen bestehende Depots umgezogen werden, bestehen 2017 aus attraktiven Bonuszinsen für angeschlossene Tagesgeldkonten.
Je nachdem, wo man ein neues Depot eröffnen möchte, gibt es andere Vorgehensweisen. Denn nur, weil man ein neues Konto möchte, heißt das noch nicht, dass man auch den Anbieter wechseln muss. Die meisten Broker haben mehrere Depotkonten im Angebot. Und so kann es oft schon genügen, intern beim eigenen Broker zu einem anderen Kontomodell zu wechseln. Wer hier allerdings nichts Passendes findet, sollte nicht scheuen, sich einen anderen Anbieter zu suchen.

So läuft der Depotwechsel ab

Der Depotübertrag beim selben Broker ist mit minimalem Aufwand verbunden. Die meisten Broker stellen dafür Formulare bereit bzw. greifen dem Kunden direkt unter die Arme. Man sollte also direkten Kontakt zum Kundendienst suchen. Außerdem gibt es auch die Möglichkeit, einen Gläubigerwechsel durchzuführen. In diesem Fall bleibt das Depot bestehen, der Besitzer wechselt jedoch. Ein Gläubigerwechsel findet beispielsweise bei Schenkungen oder Vererbungen statt.

Wechselt man den Online-Broker, so ist dies mit mehr Aufwand verbunden: Der Depotübertrag wird von einem Zentralverwahrer gesteuert. Für den Deutschen Kapitalmarkt ist das Clearstream. Clearstream dient dabei als Schnittstelle zwischen den verschiedenen Online-Brokern. Die Wertpapiere liegen faktisch gesehen beim Zentralverwahrer und werden dann von einem zum anderen Online-Broker elektronisch gebucht. Veranlasst der Kunde also den Depotübertrag, so wird der Inhalt des Depots vom Zentralverwahrer zum neuen Broker gebucht.

Der Depotinhaber kann den Wechsel in der Regel durch ein vorgefertigtes Formular für den Depotübertrag veranlassen, welches durch den neuen Broker bereitgestellt wird. Ist das neue Depot bereits eröffnet, muss dieses Formular an den Depot abgebenden Broker im Original per Post übermittelt werden.

Fallen Kosten beim Depotübertrag an?

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (Aktenzeichen: XI ZR 200/03) dürfen keine Kosten für den Depotübertrag veranschlagt werden. Einzige Ausnahme bilden hier Fremdgebühren von Verwahrstellen. Im besten Fall tritt man in direkten Kontakt zum Online-Broker und lässt sich eine schriftliche Auskunft über die Kosten des Depotübertrags geben. Einige Online-Broker bieten als besonderen Service an, Fremdkosten bei einem Depotübertrag zu übernehmen.

Mehrfachbesteuerung vermeiden

Besonders wichtig beim Depotübertrag: Anschaffungsdaten (Kaufdatum und Kaufkurs) sollten unbedingt vom alten zum neuen Broker übermittelt werden. Erfolgt keine Übermittlung, werden die übertragenen Papiere als „Neufälle“ betrachtet und pauschal versteuert. Die anfallenden Steuern werden daraufhin direkt an das Finanzamt abgeführt und können nur noch in der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden. Diesen Bürokratieaufwand kann man sich sparen. Am besten lässt man sich direkt vom alten Broker bestätigen, dass die Anschaffungsdaten beim Depotübertrag und der Depotwert vollständig an den neuen Broker übermittelt werden.

Wie lange dauert ein Depotübertrag?

Wichtig: Zeitplan für den Wechsel erstellen

Während des Depotübertrags hat man keinen Zugriff auf den Depotbestand, daher sollte man genau planen, wann der Wechsel stattfinden soll. Im besten Fall eröffnet man bereits vor dem Wechsel das neue Depot und spart so Zeit.

Die Dauer des Depotübertrags variiert von Broker zu Broker. Die Erfahrung zeigt, dass man für die Depoteröffnung in etwa mit 7-10 Bankarbeitstagen rechnen muss. Der eigentliche Depotübertrag erfolgt in etwa nach 5-10 weiteren Tagen. In der Summe sollte man also – je nachdem, ob das neue Depot bereits eröffnet ist – mit 12 bis 20 bzw. 5 bis 10 Bankarbeitstagen rechnen. Überträge von Bestandskunden beim gleichen Broker gehen meist schneller. Die Dauer des Depotübertrags hängt also davon ab, ob man den Anbieter wechselt, ob ein Gläubigerwechsel stattfindet und wie schnell die Bank die Kontoeröffnung, die Abwicklung und den Wechsel der Wertpapiere durchführt.

Gibt es Prämien für einen Depotwechsel und welche sind das?

Der Konkurrenzdruck zwischen den Anbietern ist groß wie nie. Neben dem reinen Preiskampf, was Depotgrundgebühren und Orderkosten angeht, zahlen einige Anbieter ihren Neukunden Prämien zum Depotwechsel. Diese können in Form von Bargeld, Freetrades, erhöhten Zinsen auf einem zusätzlichen Tagesgeldkonto oder aber als Sachprämie gezahlt werden. Ein Depot eröffnen und eine Prämie sichern ist zwar eine attraktive Gelegenheit, doch sollte man sich die Prämie auch genauer ansehen.

Beim Depotübertrag sollte man beachten, dass derartige Prämien fast immer an zusätzliche Bedingungen geknüpft sind. Oft wird eine Mindestanzahl an Trades, ein Mindestdepotvolumen oder eine Mindestvertragslaufzeit vorausgesetzt, um die Prämie zu erhalten. Wer also wechseln möchte, sollte dies nicht ausschließlich wegen einer Prämie tun. Wenn jedoch der Preis und die Leistung des Online-Brokers stimmen, sollte man auf eine zusätzliche Übertragsprämie nicht verzichten.

Für den Erhalt der Prämie gibt es oft einen vorab kommunizierten Zeitpunkt, zum Beispiel zwei Monate nach Depotwechsel. Wichtig ist, dass alle in den Teilnahmebedingungen festgelegten Voraussetzungen erfüllt werden. Dies könnte beispielsweise eine Neuinvestition in bestimmter Höhe sein.

Dies sind die häufigsten Depotwechsel-Prämien

Was passiert mit dem alten Depot?

Wird das alte Depot nicht mehr gebraucht, so empfiehlt sich die Löschung, da manche Broker Grundgebühren auf das Depot erheben. Sollte die Option zur Löschung auf dem Formular zum Depotübertrag nicht zur Verfügung stehen, muss ein separates Kündigungsschreiben aufgesetzt werden. Die Schließung des alten Depots ist aber auch aus einem anderen Grund ratsam: Denn oft ist dies eine notwendige Bedingung, um eine Depotübertragsprämie zu erhalten.

Wie funktioniert der Depotwechsel zu ausländischen Brokern?

Ausländische Depots im Brokertest

2017 wurde mit DEGIRO der erste ausländische Broker im Test von onlinebrokervergleich.org aufgenommen. Ausschlaggebend waren geringe Gesamtkosten bei gleichzeitiger Regulierung nach EU-Richtlinien.
Tests und Details von DEGIRO »

Wer ein deutsches Wertpapierdepot zu einem ausländischen Broker überträgt, wird bei seriösen Anbietern keine Unterschiede bei der Depoteröffnung feststellen. Probleme können lediglich entstehen, wenn die Wertpapiere von einem ausländischen Broker zurück übertragen werden. Ferner bieten sich durch den Übertrag ins Ausland auch keine Steuervorteile oder Chancen auf Steuertricks an.

Trotzdem können sehr günstige Angebote den Depotwechselzu einem Broker im Ausland attraktiv erscheinen lassen. Es ist dabei jedoch ratsam, sich auf getestete Anbieter zu verlassen, die der Regulierung eines EU-Staates unterliegen.

Zusammenfassung: Worauf sollte man beim Depotwechsel achten?

Auch wenn beim Depotwechsel oft große Summen übertragen werden, muss man keine Angst vor dem Depotübertrag haben. Solange man die wichtigsten Punkte im Auge behält, kann nichts passieren. Außerdem unterstützt der Service der neuen Bank seine Kunden gerne.

Die wichtigsten Punkte zum Depotübertrag im Überblick:

  • Depot mit guten Konditionen, am besten mit einem Onlinebrokervergleich finden
  • Für Depotübertrag dürfen keine Kosten seitens der Bank erhoben werden
  • Keine Trades während der Dauer des Depotübertrags möglich
  • Altes Depot bei Bedarf schließen (Depotgebühren vermeiden)
  • Konditionen für Depotwechsel-Prämie beachten

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