Börsenplätze: Weltweit erfolgreich handeln

Wenn Sie sich erstmals aufs Parkett wagen, sollten Sie nicht nur die Grundlagen des Börsenhandels kennen – es gilt auch, sich Gedanken darüber zu machen, wo Sie Ihre Wunschwertpapiere kaufen und verkaufen möchten. Schließlich haben Trader eine große Auswahl: Weltweit gibt es eine Vielzahl verschiedener Börsenplätze, auf denen Sie teils sehr günstig mit Wertpapieren handeln können.

Börsenplätze Deutschland

In der Bundesrepublik gibt es mehrere Börsenplätze. Deutschland beherbergt nicht nur die bekannte Börse in Frankfurt am Main, sondern auch einige kleinere Regionalbörsen in Düsseldorf, Stuttgart, München, Berlin, Hamburg und Hannover. Sie alle sind öffentlich-rechtliche Institutionen, die von Unternehmen getragen werden. Das bedeutet auch, dass die Börsen untereinander in einen Wettbewerb um Kunden treten, also um Anleger und Broker gleichermaßen. Für Sie kann das ein Vorteil sein, zum Beispiel bei den Börsengebühren.

Börse Frankfurt »

Bild der Börse Frankfurt

Der bekannteste und größte deutsche Börsenplatz liegt in der Bankenstadt Frankfurt am Main. Träger der öffentlich-rechtlichen Wertpapierbörse sind die Deutsche Börse AG sowie die Börse Frankfurt Zertifikate AG. Sie als Anleger können dort mit etwa einer Million verschiedenen Wertpapieren handeln. Dazu gehören unter anderem Aktien, Anleihen, ETFs und Fonds, aber auch Optionsscheine und Zertifikate. Börsenhandelszeiten sind zwischen 8.00 Uhr und 20.00 Uhr.

Zum Besitz der Deutsche Börse AG gehört auch die Terminbörse Eurex. Sie ist eine der international führenden Terminbörsen und Handelsplatz für Derivate. Eurex verzeichnet jährlich ein Handelsvolumen von über einer Milliarde Kontrakte.

Börse Hannover und Börse Hamburg »

Die BÖAG Börsen Aktiengesellschaft ist die Trägergesellschaft der Niedersächsischen Börse in Hannover und der Hanseatischen Wertpapierbörse Hamburg. Die beiden Börsen bieten Kunden rund 14.000 gelistete Wertpapiere, darunter Aktien, Anleihen, Zertifikate und Investmentsfonds. Sie können montags bis freitags zwischen 8.00 Uhr und 20.00 Uhr auf einer der beiden Börsenplätze in Deutschland handeln.

Börse Berlin »

Zu den Börsen in Deutschland gehört auch die Berliner Börse, die zwei Marktplätze unter einem Dach vereint. Zum einen handelt es sich dabei um das Handelssystem Xontro, das alle deutschen Parkettbörsen (außer Frankfurt) gemeinsam betreiben. Zusätzlich steht Ihnen die vollelektronische Handelsplattform ETS zur Verfügung. In Berlin können Sie mit zahlreichen Wertpapieren handeln: unter anderem Aktien, Anleihen, Zertifikate, Optionsscheine oder Fonds. Börsenhandelszeiten sind zwischen 8.00 Uhr und 20.00 Uhr.

Börse Düsseldorf »

Ein weiterer deutscher Börsenplatz befindet sich in Düsseldorf. Hier können Sie mit Aktien und Anleihen traden. Zusätzlich stehen Ihnen Investmentfonds, ETFs, ETCs sowie Genussscheine zur Verfügung. Die Handelszeiten liegen wie bei den meisten anderen Börsen in Deutschland zwischen 8.00 Uhr und 20.00 Uhr. Über das börsliche Market-Maker-System Quotrix können Sie jedoch sogar bis 23.00 Uhr handeln.

Börse Stuttgart »

Der Börsenplatz Stuttgart hat sich als Baden-Württembergische Wertpapierbörse auf Privatanleger spezialisiert. Diese können dort Aktien, Anleihen, Fonds, Genussscheine und verbriefte Derivate handeln. Im Derivate-Handel ist die Börse sogar europäischer Marktführer. Die Handelszeiten bewegen sich je nach Wertpapierart zwischen 8.00 Uhr und 22.00 Uhr.

Börse München »

Die bayerische Landeshauptstadt ist bereits seit 1830 Sitz einer Börse. Trägerin des Börsenplatzes ist die Bayerische Börse AG. In München können Sie zwischen 8.00 Uhr und 20.00 Uhr verschiedene Wertpapiere wie beispielsweise Aktien aus 60 Ländern, Anleihen, Fonds, ETFs sowie ETCs handeln.

Tradegate Exchange (Berlin) »

Die Börse Tradegate Exchange ist ein Börsenplatz in Berlin, der sich besonders auf Privatanleger konzentriert. Kunden der Tradegate Börse können zwischen 8.00 Uhr und 22.00 Uhr mit Wertpapieren wie Aktien, ETFs, Anleihen oder Investmentfonds handeln. Ursprünglich als erste deutsche elektronische außerbörsliche Plattform gegründet, erhielt Tradegate erst 2009 die Börsenlizenz. Beim Handel verlangt Tradegate Gebühren für Zulassung und Teilnahme, jedoch keine Börsengebühren.

Börsenplätze Europa

Dank international tätiger Broker und der zunehmenden Digitalisierung müssen sich deutsche Anleger längst nicht mehr auf Börsen in Deutschland beschränken. Sie können problemlos europa- und sogar weltweit Geld anlegen und Wertpapiere verkaufen. Viele Online-Broker bieten die Möglichkeit, neben Deuschlands auch Europas Börsen zu nutzen. Wichtige Börsen in Europa sind beispielsweise die Mehrländerbörse Euronext sowie die Börsen in Zürich, Wien oder London.

„Mehrländerbörse“ Euronext »

Euronext entstand aus dem Zusammenschluss mehrerer Länder und betreibt die Börsen in Paris, Brüssel, Amsterdam und Lissabon. Der Sitz des Börsenplatzes befindet sich im niederländischen Amsterdam. Euronext ist die größte grenzenübergreifende Börse Europas. Zwischen 9.00 Uhr und 17.30 Uhr können dort Wertpapiere gehandelt werden, darunter Aktien, Fonds, ETFs und Zertifikate. 2007 fusionierte die Börse außerdem mit dem New Yorker Börsenplatz und bildete die erste transatlantische Börse, NYSE Euronext.

Börse Zürich »

Die Züricher Börse SIX Swiss Exchange ist der größte Börsenplatz der Schweiz und entstand aus dem Zusammenschluss der Börsen Genf, Basel und Zürich. Sie ist eine Tochtergesellschaft der SIX Group AG. Hier wird der Handel mit Aktien, Anleihen, ETFs, ETPs und Fonds angeboten. Trader können zwischen 8.30 Uhr und 17.30 Uhr Wertpapiere kaufen und verkaufen.

Börse Wien »

Wer an der Wiener Börse einsteigen möchte, kann mit den Handelssystemen Xetra und Eurex vollelektronisch unter anderem Aktien, Anleihen, Zertifikate, ETFs und Optionsscheine handeln. Die Börse der österreichischen Hauptstadt zählt nicht nur zu den ältesten Börsen der Welt, sondern ist auch die einzige Wertpapierbörse in Österreich . Die Handelszeiten liegen zwischen 8.55 Uhr und 17.35 Uhr.

Börse London »

Die Londoner Börse ist einer der ältesten und größten Börsenplätze in Europa. 2007 schlossen sich London Stock Exchange (LSE) und die Börse Italiana zusammen. Die italienische Börse unterliegt seitdem der Kontolle der LSE. Der Börsenplatz bietet unter anderem den Handel mit Wertpapieren wie Aktien, ETFs, ETPs oder Optionsscheinen. Dies ist täglich zwischen 10.00 Uhr oder 18.30 Uhr möglich.

Börse Madrid »

Die Börse der spanischen Hauptstadt wurde 1831 gegründet und bietet Tradern die Möglichkeit, mit den verschiedensten Wertpapieren zu handeln. Dazu gehören Anleihen, Aktien, ETFs, Fonds und Optionsscheine. Diese können täglich zwischen 8.30 Uhr und 17.30 Uhr ge- und verkauft werden.

Börsenplätze weltweit

Möchten Sie mit Wertpapieren handeln möchte, können Sie Angebote von Börsen nicht nur länder-, sondern auch kontinentübergreifend nutzen. Die größten Börsen der Welt liegen in Nordamerika und Asien. Wichtig: Behalten Sie hierbei die Handelszeiten der jeweiligen Standorte im Auge. Aufgrund der verschiedenen Zeitzonen weichen sie für deutsche Anleger stark von europäischen Handelszeiten ab.

Börse New York »

Bild der New Yorker Börse

Zu den wichtigsten und größten Börsen der Welt gehört fraglos die New Yorker Börse. Der Sitz der NYSE ist an der weltberühmten Wall Street. Natürlich ist dort auch das Produktangebot sehr groß – von Aktien über Optionen bis hin zu Rentenpapieren. Anleger können werktags zwischen 9.30 Uhr und 16.00 Uhr Ortszeit zur Tat schreiten, was für deutsche Trader zwischen 15.30 Uhr und 22.00 Uhr bedeutet.

Börse Tokio »

Die Wertpapierbörse Tokio ist der größte Börsenplatz in Japan. Kunden können dort Derivate wie Optionen oder Futures handeln, aber auch Wertpapiere wie Aktien, ETFs, ETNs oder Fonds. Auch bei asiatischen Börsen müssen deutsche Anleger auf Börsenhandelszeiten achten, die sich an den jeweiligen Ortszeiten orientieren. Die Tokioter Börse hat für sie zwischen 2.00 Uhr und 8.00 Uhr geöffnet.

Börse Hong Kong »

Die Hong Kong Stock Exchange hat ihren Sitz in einer der größten Städte Chinas, einem der wichtigsten Finanzzentren Asiens und bietet Anlegern aus aller Welt den Handel mit verschiedene Produkten, darunter Aktien, Fonds, Futures oder Optionen an. In Deutschland kann man während des Winters zwischen 2.30 Uhr und 5.00 Uhr sowie zwischen 6.00 Uhr und 9.00 Uhr handeln. Da in Asien keine Zeitumstellung vorgenommen wird, verschiebt sich die Handelszeit während des Sommers um jeweils eine Stunde nach hinten.

Elektronischer Handel

Aktive Trader wissen, dass Wertpapiere kaum noch über den Parketthandel ge- und verkauft werden. Längst wurde auch ein elektronischer Handel eingeführt. Die beiden Handelsformen unterscheiden sich allerdings nicht – wie häufig angenommen – durch die Nutzung von Computern. Stattdessen handelt es sich um verschiedene Handelsmodelle und damit jeweils andere Regeln, die für den Handel gelten.

Xetra »

Deutsche Börsenplätze beschränken sich nicht nur auf feste Orte. So war die Frankfurter Börse Vorreiter im vollelektronischen Handel. Bereits seit 1997 können Anleger an der Computerbörse Xetra (Exchange Electronic Trading) handeln. Die Handelszeiten liegen hier zwischen 9.00 Uhr und 17.30 Uhr. In dieser Zeit kann man Wertpapiere wie Aktien, Optionsscheine, ETCs, ETFs oder ETNs kaufen und verkaufen.

Nasdaq »

Die bekannteste elektronische Börse der USA ist die Nasdaq (National Association of Securities Dealers Automated Quotations) mit Sitz in New York. Sie ist gemessen an Marktanteilen und Handelsvolumen mittlerweile sogar die größte Börse der USA. Möchte man dort handeln, so ist dies zwischen 15.30 Uhr und 22.00 Uhr deutscher Zeit möglich.

Was wird gehandelt?

Manche Börsen bieten eine breite Auswahl an Wertpapieren und Waren an, andere hingegen sind spezialisiert auf einige Teilbereiche. Interessieren Sie sich zum Beispiel für den Rohstoffhandel, werden Sie schnell mit den Börsen in Chicago oder der Euronext zu tun haben. Hier werden vorrangig Termingeschäfte für Gold und andere Rohstoffe getätigt.

Kleine Börsengeschichte

Die weltweit erste Börse wurde bereits 1409 im belgischen Brügge gegründet. Der Begriff selbst geht auf das niederländische Wort „beurs“ zurück, was so viel wie Geldbeutel – oder eben Geldbörse – bedeutet. Im 16. Jahrhundert entstanden dann die ersten Börsen in Deutschland. Feste Börsenplätze fanden sich beispielsweise in Nürnberg, Augsburg, Frankfurt oder Hamburg.

Börsenplätze Deutschland, Europa und weltweit: Vergleich kann sich lohnen

Wohl jeder Trader hat die Idealvorstellung, seine Wertpapiere zum günstigsten Preis zu kaufen und zum höchsten Preis zu verkaufen. Wer jedoch schon etwas Erfahrung sammeln konnte weiß, dass dies selten der Fall ist. Die größten Chancen, die besten Kurse zu finden, haben Sie, wenn Sie sich nicht nur auf einen Börsenplatz beschränken.

Dank Digitalisierung und zahlreicher Börsenplätze weltweit haben Sie nicht nur die Wahl zwischen Parketthandel, Tradegate oder Xetra, sondern können sich sogar Aktienkurse auf verschiedenen Kontinenten ansehen. Jeder Börsenplatz hat eigene Angebote, Handelsplattformen und Vorteile. So kann es sich durchaus lohnen, das Angebot von Online-Brokern zu nutzen und weltweit zu handeln. Bedenken Sie jedoch, dass für den Handel im Ausland und für verschiedene Börsenplätze Gebühren anfallen können. Achten Sie am besten bereits bei der Suche nach einem passenden Depot und Anbieter während des Online Broker Vergleichs auf eventuell anfallende Kosten.