Kryptowährung: Steuer-Tipps für Privatanleger

Der Siegeszug der Kryptowährungen war 2017 beispiellos. Vor allem Ende des Jahres erlebten Bitcoin, Ethereum und Co. einen regelrechten Boom. Mutige Anleger, die sich Anfang oder Mitte 2017 digitale Münzen der bis dato noch recht unbekannten Investitionsmöglichkeit kauften, wurden reich belohnt und konnten sich über hohe Gewinne freuen.

Nun stehen Sie jedoch vor einer neuen Herausforderung: Einkünfte aus Kapitalanlagen müssen versteuert werden. Doch zählen die digitalen Währungen auch dazu? Kryptowährungen sind noch Neuland, auch für Finanzämter. Aus diesem Grund gibt es bislang keine klaren Steuerregeln. Erfahren Sie jetzt, ob und wie Sie Ihre Krypto-Gewinne versteuern müssen und worauf Sie dabei achten sollten.

Muss ich überhaupt Steuern auf Gewinne aus Kryptowährungen zahlen?

Auf diese Frage gibt es eine klare Antwort: Ja. Doch anders als Dividendenausschüttungen oder Gewinne aus dem Verkauf von Anleihen werden Kryptowährungen nicht mit der Abgeltungssteuer besteuert. Das macht es für Krypto-Anleger komplizierter. Denn sie können nicht von den Vorteilen der Abgeltungssteuer profitieren: Es wird kein pauschaler Steuerbetrag berechnet, mit dem Sie fest rechnen können. Zudem wird die anfallende Steuer nicht automatisch ans Finanzamt abgeführt.

Stattdessen müssen Gewinne, die Sie mit Kryptowährungen erzielt haben, in der Einkommensteuererklärung angegeben werden. Sie unterliegen dem persönlichen Einkommensteuersatz. Hintergrund dieser Regelung ist die Definition von Kryptowährungen, die von der Finanzaufsicht Bafin getroffen wurde: Sie stuft Kryptowährungen als Rechnungseinheiten ein, ebenso wie beispielsweise Devisen. Für Steuerzahler bedeutet dies, dass Gewinne aus Kryptowährungen genauso versteuert werden müssen wie Gewinne, die Sie etwa aus Verkäufen mit Fremdwährungen realisieren.

Achtung: Krypto-Gewinne verschweigen ist keine Option!

Obwohl es noch keine klaren Regelungen bezüglich der Versteuerung von Kryptowährungsgewinnen gibt, ist es keine gute Idee, dem Finanzamt Ihre Gewinne zu verheimlichen. Das kann unter Umständen als Steuerhinterziehung gewertet werden – und ist strafbar.

Auch Gewinne durch die Veräußerung von Kryptowährungsmünzen, die länger als ein Jahr in Ihrem Besitz waren und deshalb steuerfrei sind, sollten angegeben werden. Denn die Steuerfreiheit kann nicht von Ihnen selbst, sondern nur vom Finanzamt festgestellt werden.


Wie muss ich Kryptowährungen versteuern?

Kryptowährungen gelten aktuell als privates Veräußerungsgeschäft und werden von den Finanzbehörden gemäß §23 EStG so behandelt. Daraus geht hervor, wie Sie Ihre Gewinne aus einem Tausch oder Rücktausch einer Kryptowährung in Euro oder in eine andere Kryptowährung versteuern müssen. Diese können entweder steuerfrei oder steuerpflichtig sein – je nach Haltedauer der veräußerten Coins:

  • Steuerfrei sind Gewinne aus digitalen Münzen, deren Kauf- und Verkaufszeitpunkt über 365 Tage auseinander liegen.
  • Steuerpflichtig sind Ihre Einkünfte dann, wenn zwischen Anschaffungs- und Veräußerungszeitpunkt der Coins weniger als ein Jahr liegt.

Beim Verkauf Ihrer Krypto-Münzen gilt das „First In, First Out“-Prinzip: Besitzen Sie beispielsweise 5 Coins und verkaufen 2 davon, geht das Finanzamt automatisch davon aus, dass Sie Ihre „ältesten“ Münzen verkauft haben. Das kann positive Auswirkungen für Sie haben. Sofern Sie die beiden ältesten Krypto-Coins bereits länger als 365 Tage besitzen, ist der Verkauf steuerfrei.

Wie viel Steuer muss ich auf Gewinne aus Kryptowährungshandel zahlen?

Aktuell wird der Handel mit Kryptowährungen steuerlich als privates Veräußerungsgeschäft behandelt. Das heißt, dass alle Gewinne, die aus Verkäufen von Münzen mit einer Haltedauer von weniger als einem Jahr hervorgehen, versteuert werden müssen. Allerdings nur, wenn Sie den Freibetrag von 600 Euro überschreiten. Ein Gewinn von 599 Euro wäre demnach noch steuerfrei. Verdienen Sie jedoch 601 Euro, müssen Sie den kompletten Betrag versteuern.

Wertpapiere und Steuern: Diese Steuerarten sind wichtig

Wo werden Kryptowährungen wie Bitcoin in der Steuererklärung angegeben?

Einnahmen aus privaten Veräußerungsgeschäften laufen unter „sonstige Einkünfte“ und müssen in der Einkommenssteuererklärung in der Anlage SO angegeben werden – und zwar in dem Jahr, in dem die Gewinne realisiert wurden. In der Anlage müssen Sie Ihre erwirtschafteten Gewinne sowie den Zeitpunkt der Anschaffung und den Zeitpunkt der Veräußerung anführen. Bedenken Sie, dass Sie eine Nachweis- bzw. Aufzeichnungspflicht haben. Das heißt, auf Nachfrage des Finanzamtes müssen Sie nachweisen können, wie Sie den angegebenen Wert berechnet haben. Deshalb kann es sinnvoll sein, eine Liste zu führen, in der Sie festhalten, wann Sie welche und wie viele digitale Coins ge- oder verkauft haben.

Muss ich beim Kryptowährung-Mining Steuern zahlen?

Sie müssen beim Kauf von Kryptowährungen – ganz gleich, ob es die vergleichsweise unbekannte Währung Tether ist oder der populäre Bitcoin – Steuern zahlen. Doch was ist, wenn Sie Ihre Coins nicht gekauft, sondern durch Mining verdient haben? Auch in diesem Fall kommen Sie nicht um das Finanzamt herum. Miner gelten als Gewerbetreibende nach §15 EStG. Das bedeutet, Sie müssen Ihre Einkünfte wie die aus einem Gewerbebetrieb versteuern.

Kryptowährungen und Steuern: Bitcoin-Gewinne müssen versteuert werden

Viele Privatanleger konnten sich vor allem im Jahr 2017 über große Gewinne beim Handel mit Kryptowährungen freuen. Gehören Sie auch dazu, stehen Sie nun vor der Herausforderung, diese richtig zu versteuern. Denn eins ist sicher: Auf Ihr erfolgreiches Spekulationsergebnis müssen Sie Steuern zahlen – obwohl sich selbst Finanzbehörden bislang schwertun, klare Regelungen aufzustellen. Um sich also keinen Ärger mit dem Finanzamt einzuhandeln, sollten Sie Ihre Käufe und Verkäufe genau protokollieren und korrekt in der Steuererklärung angeben. Informieren Sie sich genau und wenden Sie sich bei Unsicherheiten an Ihr zuständiges Finanzamt, um alle Fragen eindeutig zu klären.

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