Kryptowährung kaufen – das gibt es für Sie zu beachten

Nehmen wir an, Sie hätten im November 2015 beschlossen, in Ethereum zu investieren. Sie hätten für knapp 86 Euro-Cent einen Ether, also eine der nach Marktkapitalisierung führenden Kryptowährungen, erstanden und diesen bis zum heutigen Tage gehalten. Dieser eine Ether wäre nach heutigem Wechselkurs mehr als 260 Euro wert. Das entspricht einer Wertsteigerung von mehr als 30.000 Prozent. Kaum ein anderes Spekulationsobjekt kann im selben Zeitraum eine ähnliche Steigerung nachweisen. Die Aussicht auf diese beinahe sagenhaft anmutende Rendite ist einer der Hauptgründe, weswegen längst nicht mehr nur Computer-Nerds Kryptowährung kaufen.

Mittlerweile mehr Spekulationsobjekt als digitale Währung

Gerade die extremen Wertsteigerungen diverser Kryptowährungen machen diese als Investitionsmöglichkeit zunehmend interessanter. Ursprünglich wurden Kryptowährungen als digitale Währungen konzipiert, die einen Zahlungsverkehr ohne staatliche Kontrollen ermöglichen sollten. Zentralinstanzen wie Börsenaufsichten oder Banken wurden damit umgangen. Dieser zugedachten Ursprungsrolle sind Ether, Bitcoin oder auch Litecoin jedoch längst entwachsen. Statt als digitales Zahlungsmittel wird Kryptogeld mittlerweile häufiger als Spekulationsobjekt wahrgenommen. Denn die Akzeptanzstellen von Kryptowährungen sind hierzulande nach wie vor überschaubar. Gemessen an Einwohnerzahl und Größe Deutschlands gibt es nur wenige Restaurants, Cafés oder Geschäfte, in denen mit dem digitalen Geld bezahlt werden kann. Wenn dies der Fall ist, dann wird ohnehin fast nur Bitcoin akzeptiert.


Nahezu konträr hingegen ist nicht nur beim Bitcoin die Entwicklung hin zum potentiellen Investitionsobjekt. Mögen die Kryptowährungen als Zahlungsmittelersatz weniger stark gefragt sein, sind sie es als Anlagemöglichkeit mittlerweile umso mehr. Die fast schwindelerregenden Kursverläufe sorgten für einen Imagewechsel des Kryptogeldes: Weg vom dezentralen digitalen Zahlungsmittel, hin zum reizvollen Spekulationsobjekt.

Die Top 10 Kryptowährungen

Der Bitcoin, die älteste Kryptowährung, besteht bereits seit 2009. Seither haben sich viele weitere Währungen gebildet, die individuelle Rendite-Möglichkeiten bieten, beispeilsweise Ripple und Litecoin. Die erfolgreichsten Kryptowährungen finden Sie in unserem Kryptowährungs-Ranking.

Wichtiges bei der Marktplatzwahl

Über diverse Handelsplattformen können Sie online Kryptowährung kaufen. Aktuell gibt es über 3.000 verschiedene Ableger der digitalen Währungen und darüber hinaus zahlreiche virtuelle Marktplätze, die Kryptowährung handeln. Selbstredend bietet nicht jede Plattform auch jede Kryptowährung zum Kauf an. Außerdem sollten Sie Ihre Handelsplätze mit Sorgfalt aussuchen. Dahinter stehen schließlich Unternehmen – und diese können gehackt oder zahlungsunfähig werden. In der Vergangenheit sind beide Fälle bereits vorgekommen, die Krypto-Münzen gingen dabei unwiederbringlich verloren. Darüber hinaus gibt es genau wie auf echten, auch auf den virtuellen Marktplätzen Preisunterschiede hinsichtlich der angebotenen Kurse und Transaktionsgebühren. Letztere werden bei Käufen beziehungsweise Verkäufen über die Handelsplätze fällig, ähnlich wie Börsengebühren.

Wichtige Kryptowährungs-Begriffe

  • Wallet: Digitaler Geldbeutel, in dem die Kryptowährungen gesichert werden.
  • Blockchain: Virtuelle Datenbank, in der alle jemals durchgeführten Transaktionen archiviert werden.
  • Mining: Erzeugen von neuen Krypto-Coins. Miner spüren getätigte Überweisungen auf, verschlüsseln diese und fügen sie der Blockchain hinzu. Erst dann gilt eine Transaktion als abgeschlossen.


Kryptowährung kaufen – so geht’s

Für die Transaktion benötigen Käufer und Verkäufer jeweils einen sogenannten Wallet, also einen digitalen Geldbeutel. Mit dieser virtuellen Brieftasche können Kryptowährungen erhalten und versendet werden. Auf den diversen Handelsplätzen werden Ihnen Kryptowährungen in der Regel zu den gängigen Kursen angeboten. Dort können Sie sich das passende Angebot aussuchen.

So kommen Sie an Ihren Wallet

Die virtuellen Geldbörsen können Sie als Software auf Ihren PC herunterladen. Dort installieren Sie das Programm und richten es ein, damit Sie mit dem Kryptowährungs-Handel beginnen können. Es gibt diverse Wallet-Anbieter, viele davon sind auch für Tablet und Smartphone optimiert. Mittlerweile können mit einigen Wallets auch mehrere Kryptowährungen verwaltet werden.

Die Bezahlung der Kryptowährung ist auf herkömmliche Weise möglich, per Sofortüberweisung in Euro beziehungsweise Dollar an den Händler. Auch Kreditkarten werden teilweise von den Verkäufern akzeptiert. Diese schicken den vereinbarten Betrag in der Kryptowährung an die vom Käufer angegebene virtuelle Adresse, die im Wallet verschlüsselt gesichert ist. Die Transaktion ist abgeschlossen, sobald sie von der Community überprüft und anschließend von einem Miner der Blockchain hinzugefügt wurde.

Wenn Sie eine möglichst schnelle Abwicklung wünschen, können Sie den Minern einen höheren Anteil der Transaktionssumme anbieten. Je höher die Vergütung, desto schneller wird das Mining durchgeführt – und umso zügiger ist die Überweisung abgeschlossen.

Blockchain, Mining und P2P-Netzwerk: Die Technik hinter dem Krypto-Handel

Kryptowährungen nutzen ein Public-Key-Verschlüsselungsverfahren. Das heißt, dass jeder neue Nutzer einer bestimmten digitalen Währung zunächst ein Schlüsselpaar, bestehend aus einem öffentlichen und einem privaten Schlüssel, erzeugt. Die Nutzer, also die Teilnehmer einer Kryptowährung, sind miteinander über ein Peer-to-Peer-Netzwerk verbunden. Jede Nachricht – und damit auch jede Kryptogeld-Transaktion – wird so für jeden Teilnehmer sichtbar.


Der private Schlüssel ist und bleibt jedoch privat. Er dient dazu, Transaktionsaufträge verschlüsselt zu signieren, also seine Unterschrift unter ein Geschäft zu machen. Der öffentliche Schlüssel hingegen ist für alle Teilnehmer des Netzwerks sichtbar, stellt also eine Artkryp Kontonummer dar. Dadurch kann die Community überprüfen, ob der Auftrag zur Überweisung tatsächlich von einem legitimen Absender erstellt wurde. Über den öffentlichen Schlüssel überprüfen die restlichen Teilnehmer zudem, ob das abgebende Konto auch ausreichend gedeckt ist, also über den vereinbarten Betrag in Kryptowährung verfügt. Diebstahl von fremden Konten oder doppeltem Ausgeben von Guthaben werden somit vorgebeugt. Wenn der Verifizierungsprozess der Transaktion abgeschlossen ist, wird ein Community-Mitglied die Überweisung in die Blockchain, also die virtuelle Datenbank, eintragen und damit archivieren. Für diese als Mining bezeichnete Tätigkeit wird derjenige mit einem prozentualen Anteil der Transaktionsgebühr in Kryptowährung vergütet.

Vorsicht vor Datenklau

Dass Kryptowährungen durch ihre Wertsteigerungen zunehmend auch als Spekulationsobjekte interessant werden, hat auch seine Schattenseiten. Die enormen Summen, die tagtäglich im Umlauf sind, locken zunehmend Cyberkriminelle an, die es besonders auf die privaten Schlüssel der User abgesehen haben. Wer im Besitz des Private Key ist, besitzt letztlich auch die Entscheidungsgewalt über das Konto – und kann dieses leerräumen. Mithilfe von Schadprogrammen lassen sich die privaten Schlüssel ausspähen. Ironischerweise sorgt gerade eine der Grundideen von Kryptowährungen für ein Schlupfloch: Die weltweite Anonymität der Nutzer verhindert in den meisten Fällen eine mögliche Strafverfolgung der Kriminellen. Die Möglichkeit, Ihr Guthaben unwiederbringlich zu verlieren, besteht also. Das sollten Sie beachten, wenn Sie mit Kryptowährung handeln möchten.

Das brauchen Sie für den Handel mit Kryptowährung

Für den Kauf von Kryptowährung brauchen Sie letztlich nicht viel. Neben der Grundvoraussetzung eines Internetzugangs benötigen Sie darüber hinaus kein besonderes technisches Know-How, zumindest was den Erwerb und Verkauf des digitalen Geldes anbelangt. Je nachdem, welche Kryptowährung Sie handeln möchten, müssen Sie sich für einen Handelsplatz und einen Wallet entscheiden. Hier gibt es jeweils verschiedene Anbieter und Ausführungen, Sie haben also die Qual der Wahl. Über allem steht jedoch vor allem eines: Vertrauen. Dies ist elementar entscheidend für den Handel mit Kryptowährung. Denn anders als beim gängigen bargeldlosen Verkehr, steht hinter den Kryptowährungen keine Bank, Kreditkartengesellschaft oder staatliche Instanz, die den Zahlungsverkehr überwacht.

Steuern auf Kryptowährungen

Die Versteuerung von Börsengewinnen ist gängige Praxis – im Kryptowährungsbereich steht man hier noch ganz am Anfang. Sicher ist, dass Sie Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen versteuern müssen. Informieren Sie sich jetzt zum Thema Kryptowährung und Steuer.

Die Einhaltung der Regeln wird durch die Community überwacht, was eine klare Abgrenzung zu nahezu allen anderen sonstigen Zahlungsmitteln darstellt. Ihr Vertrauen gilt also keiner zentralen Institution, sondern den Teilnehmern an einer gemeinschaftlich betriebenen basisdemokratischen Kryptowährung. Ein Umstand, der auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheint, was jedoch nichts Schlechtes sein muss. Wägen Sie also sorgfältig ab, ob und welche Ausführung des digitalen Geldes Ihnen am sinnvollsten erscheint und welchem virtuellen Marktplatz Sie das meiste Vertrauen entgegenbringen.

Platzt die Blase? Oder geht der Boom weiter?

Was die Zukunftsprognosen für Kryptowährungen angeht, sind sich Experten uneinig. Während aufgrund der rasanten Wertentwicklungen gerade in den vergangenen 12 Monaten nicht wenige ein Platzen der Krypto-Blase vermuten, erwarten andere, dass beispielsweise das Potential des Bitcoins längst noch nicht ganz ausgeschöpft wurde – und der Kurs auf über 6000 Dollar steigen könnte. Und auch anderen digitalen Währungen wie Ether wird ein weiterer Aufschwung prognostiziert. Doch genau wie beim Börsenhandel gilt auch beim Handeln mit Kryptowährungen, dass man Kursverlaufe nur erahnen, keineswegs jedoch verlässliche Prognosen treffen kann.

Generell gilt: Wenn Ihnen der Handel mit Kryptowährung suspekt vorkommt, sollten Sie diesem Impuls nachgeben und sich nicht von den extremen Wertsteigerungen von Ether, Bitcoin oder dessen Ableger Bitcoin Cash verführen lassen. Wenn Sie jedoch auf der Suche nach neuen Investitionsmöglichkeiten respektive Spekulationsobjekten und dabei offen für Neues sind, dann kann Krypowährungs-Handel wiederum genau das Richtige für Sie sein. Die Entscheidung, ob Sie Kryptowährung kaufen möchten liegt also ganz bei Ihnen.

Risikohinweis: Der Handel mit Devisen, CFDs und Optionen ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum Totalverlust Ihres eingesetzten Kapitals führen. Möglicherweise gibt es Kontoarten, bei denen Verluste das eingesetzte Kapital übersteigen können. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie die damit verbundenen Risiken vollständig verstanden haben. Sie sollten keine Gelder einsetzen, deren Verlust Sie im schlimmsten Fall nicht verkraften könnten. Die Inhalte auf dieser Webseite stellen keine Anlageberatung dar.