Rentenfonds: Sichere Geldanlage mit attraktiver Rendite?

Im Verwandten- oder Freundeskreis wird es immer wieder geraten: Für die Rendite in Aktien investieren, und mit Rentenfonds Verluste absichern. Lange Zeit, als es hohe Zinsen gab und diese nur langsam sanken, war diese Strategie tatsächlich ein probates Mittel, sowohl Rendite zu erzielen, als auch Sicherheit zu haben. Doch wie verhält es sich in Zeiten niedriger Zinsen mit dieser Strategie: Ist ein Rentenfonds auch heute eine sichere Anlage?

Was ist ein Rentenfonds?

Doch zuerst einmal: Was ist ein Rentenfonds überhaupt? Mit der Rente im Sinn von Altersvorsorge über Fonds oder Aktien hat diese Form des Investmentfonds nämlich nichts zu tun. Vielmehr investiert ein solcher Fonds in festverzinsliche Wertpapiere wie zum Beispiel Staats- und Unternehmensanleihen. Und wie andere Fonds auch nutzt er dazu das Geld der Anleger. Diese zahlen ein, das Geld wird von der Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) als Sondervermögen gesammelt, und die Fondsmanager investieren in geeignete Wertpapiere.

Sondervermögen

Fonds bilden aus dem Kapital ihrer Anleger ein Sondervermögen. Dieses ist getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft und wird von einer Depotbank verwahrt. Damit kann die Fondsgesellschaft auch im Falle von eigenen Verlusten oder bei Insolvenz nicht auf das Sondervermögen zugreifen. Das Vermögen der Anleger ist also sicher.

Im Falle von Rentenfonds können das zum Beispiel Unternehmens- und Staatsanleihen sein, oder auch Pfandbriefe und Inhaberschuldverschreibungen. Diese Wertpapiere werden von Staaten, Banken und Unternehmen ausgegeben, im Fachjargon: emittiert. Der Emittent eines Zinspapiers bekommt vom Käufer Geld, das er diesem nach Ablauf einer festgelegten Zeit – zum Beispiel drei, fünf oder zehn Jahre – zurückzahlt. Während der Laufzeit erhält der Käufer zudem einen festen Zins. Letztlich ist eine solche Anleihe nichts anderes als ein Kredit, den ein Staat, eine öffentliche Einrichtung oder ein Unternehmen erhält.

Wie erzielt ein Rentenfonds Gewinne?

Pfandbriefe und Anleihen sind fest verzinst. Das bedeutet, der einmal festgelegte Zins bleibt für die gesamte Laufzeit des Wertpapiers erhalten. Wer also vor fünf Jahren eine zu fünf Prozent verzinste 10-Jahres-Anleihe gekauft hat, erhält diesen jährlichen Zins noch immer und wird ihn noch weitere fünf Jahre erhalten. Und das auch dann, wenn die Zinsen auf neuere Anleihen des gleichen Typs aufgrund eines sinkenden Zinsniveaus nur noch viel niedrigere Zinsen bieten.

Mann berechnet etwas mit Notizblock und Laptop

Dieser Zinsunterschied sorgt auch für die Kursentwicklungen der Wertpapiere, denn hoch verzinste Anleihen sind in einem Niedrigzinsumfeld natürlich begehrter als aktuelle Papiere. Wer möchte schon in Wertpapiere investieren, die nichts als Negativzinsen abwerfen? Rentenfonds können bei steigenden Anleihekursen gute Gewinne mit dem Verkauf der Zinspapiere erzielen. Anders hingegen in Zeiten steigender Zinsen, etwa wenn Notenbanken Zinserhöhungen vornehmen. Dann fallen die Kurse älterer Anleihen, da neuere stets immer wieder höhere Zinsen bieten. Folgerichtig erzielen dann selbst die besten Rentenfonds oftmals Verluste mit einzelnen Anlagen. Als Anleger sollte man also vor allem auf den richtigen Zeitpunkt für die Investition achten.

Zwischen Risiko und Sicherheit

Steigen die Zinsen wieder, bieten die wenigsten bereits bestehenden Rentenfonds noch passable Renditen. Vielleicht drohen sogar Verluste. Um diesem Problem zu entgehen, investieren viele Rentenfonds nicht nur in Zinspapiere, sondern auch in Aktien und andere Wertpapierarten. So wird versucht, temporäre Verluste durch alternative Investitionen auszugleichen. Doch zugleich erhöhen diese Investments auch das Risiko, denn Aktien unterliegen viel größeren und auch unvorhersehbaren Wertschwankungen. Internationale Rentenfonds versuchen, Verluste durch den Kauf riskanterer – und damit höher verzinster – Anleihen zum Beispiel von Schwellenländern auszugleichen.

Auf die Kosten achten

Günstige Indexfonds

Eine günstige Alternative zu Rentenfonds sind Indexfonds. Diese auch ETFs (Exchange Traded Funds) genannten Fonds investieren ausschließlich in Aktien und bilden immer einen Referenzindex ab. Sie entwickeln sich also wie eine Branche, eine Region oder ein Markt. Da sie dadurch weniger Verwaltungsaufwand benötigen, sind sie oft auch günstiger in der Anschaffung.

Rentenfonds gehören nicht zu den günstigsten Anlageformen. So müssen Anleger zum Beispiel bei Kauf ihrer Fondsanteile einen Ausgabeaufschlag von durchschnittlich drei Prozent zahlen. Und auch danach fallen jährliche Kosten an, zum Beispiel Verwaltungs- und Managementgebühren. Letztere dienen dazu, die Fondsmanager zu bezahlen, die das Portfolio des Fonds zusammenstellen, indem sie Wertpapiere sichten, kaufen und verkaufen. Doch auch ein Erfolgsbonus, die sogenannte Performance Fee, kann anfallen. Läuft der Fonds gut und wächst das Fondsvermögen, lässt sich die KVG diesen Erfolg oft vom Anleger bezahlen. So sollte man vor allem in Zeiten steigender Zinsen auf eine möglichst geringe Gebührenbelastung achten, ansonsten sind schmale Renditen schnell dahin. Gute Broker geben Rabatt auf den Ausgabeaufschlag, und nicht jeder Fonds setzt einen Erfolgsbonus an.

In Rentenfonds investieren

Heutzutage können Anleger bequem von zu Hause aus Börsengeschäfte tätigen. Und auch in Rentenfonds können sie ohne großen Aufwand investieren. Anleger benötigen lediglich ein Onlinedepot bei einem Broker, der den gewünschten Fonds im Angebot hat. Doch bevor man sich für einen Rentenfonds entscheidet, sollte man sich eingehend mit der Investmentgesellschaft beschäftigen, die den Fonds ausgibt.

Diese informiert etwa auch in sogenannten Fondsprospekten über Strategie, Renditechancen und Risiko des Fonds. Anleger sollten sich die Zeit nehmen und diese Verkaufsprospekte lesen. Denn sie geben nicht nur Aufschluss darüber, welche Kosten tatsächlich auf den Anleger zukommen, sondern auch darüber, in welche Wertpapiere – und zu welchen Anteilen – investiert werden darf. Ein Aktienanteil von 25 Prozent ist durchaus keine Seltenheit mehr, und wer sich von einem Rentenfonds vor allem Sicherheit verspricht, sollte seine Wahl vielleicht noch einmal überdenken, wenn sich zu viele Aktien im Rentenfonds befinden. Vor dem Investment müssen also zwei Entscheidungen getroffen werden: Die für den Rentenfonds und die für den Broker.