Fonds kaufen: Wie Privatanleger günstig in Fonds investieren

Die Verzinsung auf Tagesgeldkonten, Sparbriefe oder Lebensversicherungen reicht aktuell nicht einmal aus, um die Inflation auszugleichen. Wenn Sie Ihr Geld renditeorientiert anlegen möchten, ist der Gang an die Börse unvermeidbar. Investmentfonds sind für Privatanleger eine einfache und risikoarme Möglichkeit, um schon mit kleinen Geldbeträgen in die internationalen Kapitalmärkte zu investieren. So können auch Kleinanleger von den Renditen der Großkonzerne profitieren.

In Fonds investieren leicht gemacht

Wenn Sie in einen Fonds investieren, wird die Höhe Ihres Investments in alle Posten im Fonds aufgeteilt. Diese Anteile sind sowohl an den Gewinnen als auch Verlusten des Fonds beteiligt. Ein Fonds wird von einem Fondsmanager verwaltet. Dieser legt das Kapital des Fonds in Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Gold, Währungen oder auch Immobilien an. Der Fondsmanager investiert in eine Vielzahl von Wertpapieren – beispielsweise in Hunderte Aktien von mehr als 1.000 Unternehmen.

Vorteile für Fondsanleger

  • Sie können schon mit wenig Finanzwissen investieren, schließlich werden Sie von einem Fondsmanager beraten
  • Sie haben nur einen geringen Zeitaufwand
  • Mit Hilfe eines Fondssparplans können Sie schon mit wenig Geld in Fonds investieren
  • Sie investieren in eine Vielzahl von Finanzwerten und streuen so das Risiko

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Für ein solches Portfolio ist ein Anlagekapital in Millionenhöhe nötig. Ein Betrag, den Privatanleger kaum selbst aufbringen können. Wenn Sie Anteile eines Fonds kaufen, können Sie jedoch von diesem hohen Anlagekapital profitieren. Der große Vorteil eines Fonds ist, dass sich Verlustrisiken auf die Vielzahl der Wertpapiere verteilen. Nur, weil ein Wertpapier an Wert verliert, bedeutet das nicht, dass dadurch der ganze Fonds verliert. Schließlich können die anderen Finanzwerte im Portfolio nach wie vor stabil verlaufen. Machen einzelne Papiere im Fonds Verlust, ist es keine Seltenheit, dass sich der Fonds weiterhin positiv entwickelt. Dieser Effekt ist der hohen Risikostreuung zu verdanken.

Welche Sparpläne gibt es?

Ein Sparplan ist ein guter Weg, um langfristig Vermögen aufzubauen. Es gibt neben börsengehandelten Sparplänen (Aktien-, Fonds- und ETF-Sparplan) auch noch weitere Möglichkeiten zu sparen. Beispielsweise mit einem Banksparplan oder Bausparvertrag.

Achtung: Hohe Kosten können Rendite vertilgen

Fonds kaufen können Sie entweder über Ihre Hausbank, eine Online-Bank oder einen Fondsvermittler. Um in Fonds investieren zu können, benötigen Sie in jedem Fall ein Depot. Schließen Sie hierzu allerdings nicht bei der erstbesten Depotbank ab, sondern machen Sie am besten einen Online-Broker-Vergleich. Dort können Sie die Faktoren anklicken, die Ihnen persönlich für Ihr Depot wichtig sind. Achten Sie dabei vor allem auf Gebühren und Kosten.

Vermeiden Sie teuren Ausgabeaufschlag

Der Ausgabeaufschlag fällt meist beim Kauf von Fondsanteilen an. Er ist eine einmalige Gebühr, die zusätzlich zum Kaufpreis verlangt wird. Er kann auch als „Load“ oder „Agio“ bezeichnet werden. Die Höhe des Aufschlags unterscheidet sich je nach Fondsart. So beträgt er bei Rentenfonds etwa 3 Prozent und bei Aktienfonds 5 Prozent. Bei einigen Anbietern können Sie auch Fonds ohne Ausgabeaufschlag kaufen – oder zu einem günstigeren Ausgabeaufschlag. Achten Sie bei solchen Angeboten aber unbedingt auf die Verwaltungsgebühren. Es kann sein, dass der betreffende Anbieter den günstigen Ausgabeaufschlag mit einer hohen Verwaltungsgebühr auszugleichen versucht.

Auch die Verwaltungsgebühr schadet Ihrer Rendite

Je länger Sie Ihr Geld anlegen möchten, desto wichtiger wird auch eine niedrige Verwaltungsgebühr. Denn diese wird meist jährlich von Ihrem gesamten Fondsvermögen abgezogen. Daher sind Fonds ohne Ausgabeaufschlag ganz besonders für Anleger attraktiv, die den Fonds schnell wieder wechseln möchten oder ihr Geld nur für kurze Zeit anlegen. Um einen Fonds zu finden, der zu Ihrem persönlichen Anlageverhalten passt, sollten Sie einen Online-Fonds-Vergleich durchführen.

Achtung! Es gibt viele verschiedene Arten von Investmentfonds

Einen Fonds können Sie sich wie einen Topf vorstellen, in den viele Sparer Geld hineinlegen. Dieser Topf wird von einem Fondsmanager verwaltet, der das gemeinsame Kapital in Aktien, Immobilien und andere Wertpapiere anlegt. Es gibt viele verschiedene Arten von Fonds, die unterschiedlichen Anlagestrategien folgen. Der Überbegriff „Investmentfonds“ wird grundsätzlich verwendet, wenn ein Fonds zur Geld- und Kapitalanlage dient. Das heißt aber noch lange nicht, dass Sie genau wissen in welche Branchen Sie investieren, wenn Sie sich für eine Anlage in einen Investmentfonds entscheiden. So legen beispielsweise Aktienfonds ihr Kapital überwiegen in Aktien an, während Rentenfonds festverzinsliche Wertpapiere kaufen. Gewinnen Sie am besten selbst einen Überblick über die folgenden Fondsarten, sodass Sie nachvollziehen können, in welches Branchensegment Ihre Investition fließt.

Aktienfonds

Aktienfonds bestehen, wie der Name schon vermuten lässt, überwiegend oder ausschließlich aus Aktien. Sie bieten die höchsten Gewinnaussichten, unterliegen aber häufig relativ hohen Wertschwankungen. Daher sind Aktienfonds ehre als langfristige Anlage geeignet, da so das Risiko eines Verlustes verringert wird.

Rentenfonds

Rentenfonds investieren hauptsächlich in festverzinsliche Wertpapiere, beispielsweise Pfandbriefe, Bundesobligationen und Anleihen. Da sich diese Finanzprodukte nach festen Zinssätzen und Laufzeiten richten, sind sie wesentlich risikoärmer als Aktienfonds – erwirtschaften dadurch aber auch weniger Rendite.

Mischfonds

Ein Mischfonds ist ein Investmentfonds, in dem der Fondsmanager in mehrere Anlageklassen investieren darf. Beispielsweise sowohl in Aktien als auch in Rentenpapiere. Dabei muss kein einheitliches Verhältnis beachtet werden. Je nach Börsenlage kann der Fondsmanager in die Anlageklasse investieren, die aktuell bessere Ergebnisse erzielt. Mischfonds zeichnet daher eine besonders hohe Risikostreuung aus.

Dachfonds

Diese Investmentfonds investieren ihr Vermögen in andere Investmentfonds und bieten somit eine doppelte Risikostreuung. Da der Fondsmanager die Auswahl der Investments trifft, sind Dachfonds grundsätzlich auch für Einsteiger geeignet. Allerdings sind sie häufig auch mit relativ hohen Verwaltungskosten verbunden.

Ökofonds

Bei Ökofonds stehen die umweltschonende und ökologische Nachhaltigkeit des Fonds im Mittelpunkt. Vor allem Aktien-Anfänger interessieren sich häufig für das Investment mit gutem Gewissen. Ökofonds sind häufig Aktienfonds. Es gibt aber auch in anderen Segmenten moralisch hochwertige Fonds, die allgemein Ethikfonds genannt werden.

Geldmarktfonds

Geldmarktfonds investieren ihr Kapital überwiegend in Bankguthaben, Tagesgeld und kurzfristige Termineinlagen. Teilweise aber auch in andere Wertpapiere mit relativ kurzer Laufzeit oder regelmäßiger Zinsanpassung. Geldmarktfonds gelten als sicher, sind generell aber eher nicht für eine langfristige Anlage geeignet. Viele Anleger nutzen Geldmarktfonds eher als Parkmöglichkeit für ihr Kapital, um es später für etwas anderes zu nutzen.

Was ist ein Index?

Ein Index ist ein Marktbarometer, der die Wertentwicklung ganzer Märkte fassbar macht. Der Aktienindex DAX 30 beispielsweise ist der Leitindex der Deutschen Börse. Er bildet die 30 größten deutschen Unternehmen hinsichtlich Marktkapitalisierung und Börsenumsatz ab. Daher gilt er auch als Indikator für die Entwicklung des gesamten deutschen Aktienmarktes.

Indexfonds: Günstige Anlage ohne Fondsmanager

Neben Investmentfonds sind auch Indexfonds eine gute Anlagemöglichkeit für Privatanleger. Indexfonds bilden die Entwicklung eines Indexes, beispielsweise S&P500, den Weltaktienindex oder auch den deutschen Aktienindex DAX 30, möglichst genau nach. Wenn Sie in einen Indexfonds bzw. ETF investieren, fließt Ihr Kapital in die Unternehmen, die der Index abbildet. Und zwar mit der gleichen Gewichtung, wie sie auch im Index vertreten sind. ETFs sind börsengehandelte Indexfonds, daher können Anleger mit jedem Broker in ETFs investieren.

Der große Vorteil dieser Indexfonds ist außerdem, dass sie dabei besonders kostengünstig sind. Ein Aktien-ETF kopiert einen Aktienindex – niemand muss hier aktive Anlageentscheidungen treffen, Sie sparen sich also die Kosten für einen Fondsmanager. Außerdem profitieren Sie sowohl von Kursgewinnen als auch Dividenden-Zahlungen. Auch der jährlichen Verzinsung durch die Abgeltungssteuer können Sie entgehen, wenn Sie Ihre Gewinne sofort reinvestieren und sich diese erst ausschütten lassen, wenn Sie Ihr Investment in ETFS beenden möchten. Bei langen Zeiträumen mit regelmäßigem Investment wird von einem ETF-Sparplan gesprochen.

Wann Sie Abgeltungssteuer zahlen müssen

Wenn Sie Renditen mit Investmentfonds erwirtschaften, müssen Sie diese versteuern. Die Abgeltungssteuer setzt sich dabei aus mehreren Komponenten zusammen. Der Abgeltungssteuersatz ist festgelegt: Er beträgt immer 25 %. Hinzukommen aber noch der Solidaritätszuschlag sowie bei Kirchenzugehörigkeit Kirchensteuer.

Ausschüttende und thesaurierende Fonds

Unabhängig davon, in welche Branche Sie mit Ihrem Fonds investieren, handelt es sich entweder um einen ausschüttenden oder thesaurierenden Fonds. Bei ausschüttenden Fonds werden die Erträge, die Sie mit dem Fonds machen, direkt an die Inhaber der Fondsanteile ausgeschüttet. Fondsgesellschaften machen das entweder einmal jährlich sowie quartals- oder monatsweise.

Thesaurierende Fonds hingegen legen ihr erwirtschaftetes Geld sofort wieder an. Dadurch erhöht sich der Wert des Fonds um die hinzugeflossenen Erträge. Thesaurierung eignet sich vor allem dann, wenn Sie an einem langfristigen Vermögensaufbau interessiert sind. Da Ihnen dabei kein Geld auf Ihr Girokonto überwiesen wird, müssen Sie diese Erträge erst versteuern, wenn Sie Ihren Fonds wiederverkaufen. Wollen sie hingegen, dass regelmäßig Zahlungen aus Ihrer Geldanlage auf Ihr Konto überwiesen werden, sollten Sie sich für einen ausschüttenden Investmentfonds entscheiden.

Achtung: Es gibt geschlossene und offene Fonds

Der klassische Investmentfonds ist ein offener Fonds. In diese offenen Fonds können Sie jederzeit ein- und aussteigen . Theoretisch können unendlich viele Anteile vergeben werden, das Gesamtkapital des Fonds ist also unbegrenzt. Bei geschlossenen Fonds ist die Anzahl der Fondsanteile begrenzt. Wenn eine vorher festgelegte Gesamtanlagesumme erreicht ist, wird der Fonds geschlossen. Wenn Sie Anteile an einem geschlossenen Fonds kaufen, werden Sie zum Miteigentümer dieser Objekte und tragen sowohl das Risiko von Verlusten als auch die Chancen auf Gewinne.

Geschlossene und offene Immobilienfonds

Immobilienfonds bündeln das Kapital von mehreren Anlegern und investieren es in Immobilien. Offene Immobilienfonds unterliegen keiner begrenzten Laufzeit. Allerdings gibt es eine sogenannte Mindesthaltefrist, diese beträgt 24 Monate. Vorher kann der Fonds nicht abgegeben werden.

Die Laufzeit von geschlossenen Immobilienfonds beträgt meist 15 bis 25 Jahre. Die Rückgabe der Anteile ist vor Ablauf dieser Frist kaum oder nur sehr eingeschränkt möglich.

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Viele Depotbanken bieten Ihnen bis zu 10.000 handelbare Fonds. Es ist nicht verwunderlich, wenn Sie sich bei dieser großen Anzahl handelbarer Produkte unsicher sind, in welche Fonds Sie nun Ihr Geld investieren sollen. Hier gilt, wie bei allen Investitionen, streuen Sie das Risiko. Wenn Sie in verschiedene Märkte und Branchen investieren, können Sie Verluste bestenfalls durch Renditen in anderen Segmenten ausgleichen.