ETF-Sparplan: So stark wie der Markt

In den letzten Jahren haben sich ETFs (Exchange Traded Funds)zu einem der beliebtesten Investments an der Börse entwickelt. Das liegt vor allem daran, dass ETFs viele Personengruppen zugleich ansprechen und sowohl von renditeorientierten, als auch risikobewussten Anlegern als lohnendes Investment betrachtet werden. Auch in der privaten Altersvorsorge spielen ETFs eine immer zentralere Rolle. Denn sie eignen sich auch für langfristige Sparvorhaben. Dabei können Anleger einmalig in einem ETF-Indexfonds Geld anlegen oder aber im Rahmen eines Sparplans. In dem Fall kaufen Anleger in regelmäßigen Abständen weitere Anteile des Indexfonds. Auf diese Weise erhöht sich die investierte Summe kontinuierlich mit jeder Sparrate.

Während der Laufzeit des Sparplans bleiben Anleger flexibel. Sie können die Sparrate erhöhen und wieder senken oder – wenn es nötig werden sollte – den Sparplan sogar für einige Zeit ganz aussetzen. Auch der Sparrhythmus kann jederzeit angepasst werden. Damit kann ein ETF-Sparplan also stets an die eigene finanzielle Situation angepasst werden und bietet damit mehr Flexibilität als andere Geldanlagen für die Altersvorsorge.

Ausschüttend oder thesaurierend

Fonds können die Erträge aus Aktiendividenden und Anleihezinsen entweder ausschütten oder direkt wieder anlegen (thesaurieren).

Vorteil der thesaurierenden Fonds: Gebühren werden nur einmal während der Auftragstellung fällig.

Wie funktioniert ein ETF-Sparplan?

ETF-Sparpläne werden vor allem von Direktbanken und Online-Brokern angeboten. Der Anleger eröffnet ein Depot bei einem der Anbieter, der einen Sparplan auf den favorisierten ETF im Angebot hat. Anschließend legt er die Modalitäten des Sparplans fest, also Höhe und Intervall der Sparrate. Hier zeigen sich die meisten Anbieter sehr flexibel. Anleger können monatlich einzahlen, aber auch quartalsweise, halbjährlich oder gar jährlich. Und auch die Höhe der Sparrate können sie in der Regel nach Belieben festlegen. Lediglich eine Mindestsparrate setzen die Broker fest. Diese beträgt allerdings bei den meisten Anbietern 50 Euro, bei einigen sogar nur 25 Euro.

Und auch während der Laufzeit des Sparplans bleiben Anleger flexibel. Sie können die Sparrate erhöhen und wieder senken oder – wenn es nötig werden sollte – den Sparplan sogar für einige Zeit ganz aussetzen. Auch der Sparrhythmus kann jederzeit angepasst werden. Damit kann ein ETF-Sparplan also stets an die eigene finanzielle Situation angepasst werden und bietet damit mehr Flexibilität als andere Produkte zur Altersvorsorge.

Das kann ein ETF!

ETFs und Filialbanken

Filialbanken bieten ETF-Sparpläne in der Regel nicht oder nur auf Nachfrage an, denn sie profitieren kaum vom Verkauf der ETFs. Die hauseigenen Produkte, etwa Immobilienfonds oder ein Banksparplan zur Altersvorsorge, stehen hier im Vordergrund. Doch eine wirkliche Alternative stellen diese Angebote in den wenigsten Fällen dar.

Doch was sind ETFs genau? Ein ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds. Das bedeutet, ein Indexfonds bildet immer einen dazugehörigen Aktienindex ab. Und damit entwickelt sich ein ETF immer dem Index entsprechend, den er nachzeichnet, wobei es allerdings zu mehr oder minder starken Abweichungen (Tracking Error) kommen kann. Der deutsche Aktienindex Dax 30 etwa gibt die Wertentwicklung der 30 größten Unternehmen Deutschlandsan, in dem er die jeweiligen Aktienkurse – mit einer bestimmten Gewichtung versehen – zusammenrechnet. Ein Dax-ETF umfasst genau die gleichen Aktien wie der Index. Dadurch ergibt sich die annähernd gleiche Wertentwicklung.

Dabei existiert nicht nur je ein ETF für einen Index. Vielmehr ist es so, dass mehrere Fondsgesellschaften eigene ETFs auflegen, um einen Index abzubilden. Demnach existiert für jeden Index auch mehr als ein Fondssparplan. ETFs auf den Weltaktienindex MSCI World zum Beispiel werden von vielen Fondsgesellschaften angeboten, etwa vom amerikanischen Unternehmen Black Rock (iShares) oder von der Asset-Management-Sparte der Deutschen Bank (db X-Trackers).

ETF-Sparplan: Vergleich ausschüttender und thesaurierender Fonds

Welche Sparpläne gibt es?

Ein Sparplan ist ein guter Weg, um langfristig Vermögen aufzubauen. Es gibt neben börsengehandelten Sparplänen, Aktiensparplan, Fondssparplan und ETF-Sparplan, auch noch weitere Möglichkeiten zu sparen. Beispielsweise mit einem Banksparplan oder Bausparvertrag.

Sparpläne gibt es für thesaurierende und ausschüttende ETFs. Während letztere regelmäßig erzielte Gewinne an die Anleger auszahlen, reinvestieren thesaurierende ETFs die Gewinne automatisch. Für Sparer sind thesaurierende ETFs in den meisten Fällen besser geeignet. Die automatische Reinvestition durch den Fonds sorgt nämlich für einen Zinseszinseffekt, denn künftige Kurssteigerungen werden in dem Fall für die gesamte Summe aus eingezahltem Kapital und wiederinvestierten Gewinnen realisiert. Sparer, die dagegen ihr Geld in einen ausschüttenden Fonds investieren, erhalten regelmäßig Gewinne ausgezahlt. Vielleicht möchten sie diese ja behalten und anderweitig verwenden. Möchten sie jedoch ebenfalls von einem stärkeren Zinseszinseffekt profitieren, müssen sie die ausgezahlten Gewinne wiederveranlagen, und das ist mit zusätzlichem Aufwand und womöglich weiteren Transaktionskosten verbunden.

Der ETF: Fondssparplan mit niedrigen Kosten

Wer sparen möchte, fängt am besten bei den Gebühren für das eigene Depot an. Direktbanken und Broker können hier in der Regel mit den günstigeren Konditionen aufwarten. Traditionelle Filialbanken kommen da meist nicht heran. Dabei nutzen die Anbieter verschiedene Gebührenmodelle, die entweder bei hohen oder bei niedrigen Sparraten besser geeignet sind. So setzen manche Broker auf eine feste Orderprovision. Dann wird für jede Sparrate – egal, wie hoch sie ist – dieser feste Betrag als Gebühr abgezogen. Andere Anbieter hingegen kombinieren die feste mit einer niedrigen variablen Gebühr, die als prozentualer Anteil am Volumen der Sparrate berechnet wird. Und manche Broker rechnen ausschließlich mit dieser variablen Gebühr. In dem Fall ist sie allerdings höher als bei Anbietern, die mit einer Kombination aus beiden arbeiten.

Grundlegend gilt: Wer eine niedrige Sparrate vereinbaren möchte, erzielt bei einem Modell mit ausschließlich variabler Gebühr die niedrigsten Kosten. Bei hohen Sparraten sind feste Gebühren beziehungsweise Kombimodelle für den Sparer vorteilhaft. In einer kleinen Beispielrechnung werden die Zusammenhänge deutlich:

Sparplan: Vergleich der Alternativen

Vermögenswirksame Leistungen

Verpassen Sie nicht die Förderung durch vermögenswirksame Leistungen (VL) von Ihrem Arbeitgeber. Mit VL werden Ihnen bis zu 40 Euro pro Monat auf eine Kapitalanlage eingezahlt. Solange Ihr Fonds zu 60 % aus Aktien besteht, ist es möglich für ihn vermögenswirksame Leistungen zu erhalten.

Natürlich kann man nicht davon sprechen, dass ein ETF-Sparplan kostenlos wäre, doch die Gebühren und laufenden Kosten sind so gering, dass ETFs vor allem im Vergleich zu Sparplänen für andere Anlageklassen sehr gut abschneiden. Bei klassischen Aktien- und Rentenfonds etwa hat der Sparer eine bedeutend höhere Gebührenbelastung zu tragen, denn hier fällt in der Regel ein Ausgabeaufschlag der Fondsgesellschaft an. Zudem sind die laufenden Kosten höher. Eine weitere, wenn auch riskantere Alternative können Aktiensparpläne sein, bei denen regelmäßig in einzelne Aktientitel investiert wird.

Wer einen ETF-Sparplan abschließen möchte, sollte sich zuerst informieren, welcher Indexfonds denn geeignet ist. Erst danach lohnt sich ein Depot-Vergleich, nämlich schon einmal dahingehend, ob die Anbieter überhaupt einen passenden Sparplan im Angebot haben. Wenn dann immer noch mehrere Broker in Frage kommen, können die entstehenden Kosten verglichen werden. Immer im Hinterkopf: Wie hoch soll die Sparrate sein? Von dieser hängt ab, welches Gebührenmodell – und damit auch, welcher Broker – optimal ist.