Aktienfonds: Vergleich der Chancen und Risiken

Jeder Kauf einer Aktie kostet Gebühren und erfordert Aufmerksamkeit. Einfacher und günstiger ist es, die Zusammenstellung des Portfolios einer Investmentgesellschaft zu überlassen. Fondsmanager kaufen Aktien verschiedener Branchen, Länder und Märkte für den Fonds und streuen so das Risiko. Schließlich befinden sich irgendwann Dutzende oder gar Hunderte verschiedene Aktienwerte in dem Fonds. Anleger können nun größere und kleinere Anteile am Aktienfonds kaufen und profitieren in der Folge an der Wertentwicklung des Fonds. Und zwar in dem Maße, wie sie Anteile daran halten.

Ablauf der Investitionen in einen Fonds

Zusammenspiel zwischen Anleger, Fondsgesellschaft und Fonds


Aktienfonds vs. Einzelaktien: Rendite und Risiko 2018

Aktienfonds sind weit weniger riskant als ein Investment in einige wenige Aktien. Wenn Sie Geld in einen einzigen Aktientitel investieren, können Sie zwar sehr hohe Renditen erzielen. Es kann aber auch in die andere Richtung gehen. Dann entstehen schnell hohe Verluste, die die gesamte Kapitalanlage betreffen und nicht durch andere Aktien ausgeglichen werden – denn das investierte Vermögen steckt ja ausschließlich in einer einzigen Aktie.

Ein Aktienfonds bietet da den Vorteil, dass solche Verlustrisiken auf viele verschiedene Wertpapiere verteilt sind. Nur weil eine Aktie an Wert verliert, bedeutet das nicht, dass dadurch der ganze Fonds verliert, denn die anderen Aktien im Portfolio laufen womöglich immer noch stabil. Insbesondere sehr große Fonds, die über viele Aktien über mehrere Branchen hinweg verfügen, können Einzelrisiken effektiv ausgleichen. Dann ist es keine Seltenheit, dass sich der Fonds immer noch positiv entwickelt, obwohl einzelne Papiere darin Verluste machen.

Rendite mit Aktienfonds – Beispielrechnung:

Ein Aktienfonds der Investmentgesellschaft XYZ hat ein Volumen von 1 Mio. Euro. Ein Anleger kauft Fondsanteile im Wert von 100.000 Euro. Er hält also ein Zehntel des Fondsvermögens. Innerhalb von 10 Jahren verdoppelt sich das Fondsvolumen, denn die Aktien im Fonds haben sich gut entwickelt.

Der Fonds steht nun also bei 2 Mio. Euro. Der Anleger hält nun immer noch ein Zehntel des Fonds, nur sind seine Anteile jetzt 200.000 Euro wert. Auch sie haben sich in den zehn Jahren verdoppelt. Würde er sie jetzt verkaufen, hätte er also einen Gewinn von 100.000 Euro erzielt.

Sicherheit von Fonds: Aktien, Renten- und Mischfonds

Sondervermögen schützt Ihr Kapital

Das Geld der Fondskunden unterliegt einem besonderen Schutz. Es wird in einem Sondervermögen gesammelt. Als solches wird es von einer unabhängigen Depotbank verwahrt. Die Investmentgesellschaft hat damit keinen Zugriff auf das Vermögen. Sollte sie Verluste machen oder gar insolvent gehen, hat das keine negativen Auswirkungen auf die Einlagen der Kunden.

Viele Anleger kaufen einzelne Aktien, entweder als Einmalanlage oder im Rahmen eines Aktiensparplans. Allerdings erfreuen sich auch Aktienfonds großer Beliebtheit. Diese gehören zu den Investmentfonds. Daneben gibt es zum Beispiel noch Rentenfonds, die in Anleihen und andere Zinspapiere investieren. Mischfonds hingegen – das deutet der Name bereits an – bestehen sowohl aus Aktien, als auch aus Anleihen. Ganz grundlegend kann man sagen, dass Aktienfonds riskanter sind als Rentenfonds. Irgendwo dazwischen bewegen sich Mischfonds, je nachdem, wie die Verteilung von Aktien und Anleihen im Fonds ist. Das höhere Risiko von Aktienfonds bedeutet zugleich aber auch eine höhere Renditechance.

Achten Sie auf die Kosten

Da Aktienfonds aktiv verwaltet werden, sich Fondsmanager also ständig um Analyse geeigneter Wertpapiere sowie Kauf und Verkauf der Aktien kümmern, entstehen vergleichsweise hohe Kosten. Und diese werden zum Großteil über eine Reihe von Gebühren an die Anleger weitergegeben. Wichtig in diesem Zusammenhang sind vor allem drei verschiedene Gebühren: Ausgabeaufschlag, Verwaltungsgebühr und Performancegebühr. Wer in einen Fonds investieren möchte, sollte diese Kostenpunkte im Auge behalten.

Ausgabeaufschlag beim Fondskauf

Ökofonds

Wer bei seinem Investment auch Wert auf Umwelt und Nachhaltigkeit legt, findet unter den Aktienfonds auch spezielle Ökofonds, die nach festen ethischen Prinzipien investieren.

Der Ausgabeaufschlag fällt beim Kauf der Fondsanteile an und beläuft sich für Aktienfonds auf rund 5 Prozent des Anlagevolumens. Das bedeutet letztlich: Wer Fondsanteile mit Ausgabeaufschlag kauft, ist unmittelbar nach dem Kauf erstmal mit 5 Prozent im Minus. Da muss sich der Fonds in der Folge für eine gewisse Zeit gut entwickeln, um überhaupt wieder rentabel zu werden. Wer im Rahmen eines Sparplans in einen Aktienfonds investiert, zahlt den Aufschlag bei jeder einzelnen Sparrate. Allerdings fällt er ja dann auch immer nur für eine kleine regelmäßige Anlagesumme an. Die Gebührenbelastung für Einmalanlage und Sparplan unterscheidet sich also in diesem Punkt nicht voneinander.

Gebühren für Verwaltung und Performance

Daneben fällt bei Aktienfonds auch eine Verwaltungsgebühr an. Diese wird laufend – in der Regel jährlich – erhoben und beträgt meist zwischen 1,5 und 2,5 Prozent des Anlagevolumens. Auch das sind Kosten, die der Fonds erst einmal wieder reinholen muss, und das jedes Jahr. Erzielt ein Fonds Gewinne, erheben manche Investmentgesellschaften darüber hinaus eine Performancegebühr, die von den Erträgen abgezogen wird. Anleger sollten Fonds mit dieser Gebühr im besten Fall vermeiden. Ist das nicht möglich, wäre es zumindest wünschenswert, wenn die Performancegebühr nur dann anfällt, wenn reale Gewinne erzielt werden und nicht schon dann, wenn lediglich die Verluste des Vorjahres wieder wettgemacht werden.

Günstige Indexfonds

Exchange Traded Funds (kurz: ETFs) sind passive Investmentfonds. Da sie kein aufwändiges aktives Management benötigen, sondern lediglich einen Index abbilden, sind sie eine sehr günstige Alternative zu klassischen Aktienfonds. Ausgabeaufschläge und Performancegebühren gibt es nicht; und die laufenden Kosten liegen meist deutlich unter 1 Prozent jährlich.

Mit dem richtigen Depot Kosten sparen

Anleger können Kosten einsparen, indem sie sich gezielt Fonds herauspicken, die keine Performancegebühren erheben und moderate Verwaltungsgebühren verlangen. Börsenportale geben hierüber verlässliche Infos. Doch es gibt weitere Einsparpotentiale. Wer einen geeigneten Fonds gefunden hat, kann sich auf die Suche nach einem Wertpapierdepot machen. Denn der erwähnte Ausgabeaufschlag ist letztlich nicht viel mehr als eine Vermittlerprovision. Und Direktbanken und Online-Broker vermitteln – anders als Mitarbeiter von Filialbanken – in der Regel keine Fonds. Die Auswahl trifft vielmehr der Kunde. Deshalb verkaufen manche Depotanbieter die Fonds mit einem stark rabattierten Ausgabeaufschlag oder erlassen diesen sogar vollständig.

Bevor sich Anleger für ein Depot entscheiden, sollten sie zuerst einmal die generellen Konditionen des Brokers prüfen. Erhebt der Broker eine feste jährliche Depotgebühr? Wie hoch sind die Ordergebühren? Wenn diese Konditionen passen, können Anleger prüfen, ob der Anbieter den gewünschten Fonds auch noch zu besonders günstigen Gebühren verkauft. Auf diese Weise lassen sich viele Kosten einsparen. Und wer Kosten spart, erhöht am Ende auch seine Renditechancen.