Finanztransaktionssteuer ab 2016?

Bei der Finanztransaktionssteuer handelt es sich um eine Umsatzsteuer auf Finanzgeschäfte. Diese soll in insgesamt elf europäischen Staaten eingeführt werden und Deutschland bis zu 45 Milliarden Euro bescheren. So lautet das Ergebnis eines Gutachtens des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Doch kam die Forderung nach einer Finanztransaktionssteuer bereits zum Ende der Neunzigerjahre das erste Mal auf. Seit diesem Zeitpunkt sind nun fast 15 Jahre vergangen, doch die Steuer blieb bisher aus. Umso interessanter, dass das Thema Finanztransaktionssteuer inzwischen zum Dauerthema in der Politik geworden ist und eine Einführung für das Jahr 2016 angestrebt wird.

Was genau ist die Finanztransaktionssteuer?

Eine Lupe liegt auf einem Blatt mit Aktienkursen

Grundsätzlich handelt es sich bei der Finanztransaktionssteuer um eine Kapitalverkehrssteuer. Sie ähnelt in der Funktionsweise einer Umsatzsteuer auf börsliche sowie außerbörsliche Finanztransaktionen. Der Staat erhebt dabei für den Handel von Finanzprodukten eine Steuer mit Sätzen zwischen 0,01 % und 0,1 % pro Transaktion. Eingeführt werden soll diese Finanztransaktionssteuer, um die Finanzbranche an den Kosten der weltweiten Schuldenkrise zu beteiligen.

Was genau soll besteuert werden?

Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern haben Italien und Frankreich jeweils bereits eine solche nationale Steuer eingeführt. Besteuert wird neben Wertpapieren großer nationaler Unternehmen zum Beispiel auch der Hochfrequenzhandel, also der Handelt mit Wertpapieren, die nur kurz gehalten werden, so dass damit ein hoher Umsatz erwirtschaftet wird.

Bei der von der EU-Kommission forcierten Finanztransaktionssteuer sollen 0,1 % auf Aktien- und Anleihenhandel sowie 0,01 % auf den Handel mit Derivaten erhoben werden. Bei Derivaten handelt es sich um Finanzprodukte, die über eine begrenzte Laufzeit verfügen. Der Preis für Derivate orientiert sich an einem Basiswert, z.B. an anderen Wertpapieren, Aktien oder Anleihen.

Vor allem die Besteuerung von Derivaten ist noch Diskussionsthema. Zwar waren manche dieser Anlageformen für die Finanzkrise mitverantwortlich, doch handelt es sich auch um einen nicht unerheblichen Wachstumsmarkt. In welchem Umfang der Derivathandel letztlich besteuert werden wird, bleibt also noch offen.

Welche Länder beteiligen sich an der Finanztransaktionssteuer?

Während mit einer Beteiligung von Großbritannien, Luxemburg, den Niederlanden und Schweden an der europäischen Finanztransaktionssteuer eher nicht zu rechnen ist, verbleiben elf weitere EU-Nationen, die das Thema unterstützen:

  • Belgien
  • Deutschland
  • Estland
  • Frankreich
  • Griechenland
  • Italien
  • Österreich
  • Portugal
  • Slowakei
  • Slowenien
  • Spanien

Wertpapiere bieten nach wie vor gute Anlagechancen

Zwar wird die Einführung einer Finanztransaktionssteuer zu Anfang 2016 angestrebt. Doch ob und in welchem Umfang diese schließlich eingeführt wird, ist noch nicht endgültig entschieden. Schließlich birgt die Einführung einer solchen Steuer auch Risiken. Nicht nur, dass ein Teil dieser Finanzgeschäfte zum Erliegen kommen könnte. Möglich ist auch eine Verlagerung in Drittstaaten – ohne eine Finanztransaktionssteuer. Zudem sind Gewinne aus Aktienanlagen bereits mit der Abgeltungssteuer belegt, eine weitere Steuerabgabe wirkt sich negativ auf den wichtigen Wertpapiersektor als Anlagemöglichkeit aus.

Gerade durch die anhaltende Niedrigzinsphase stellen Wertpapiere mehr denn je, eine attraktive Alternative zu konservativen Anlageprodukten wie Sparkonten dar. Wer die Chancen der Börse nutzen und ein Depot eröffnen möchte, kann dies schnell und unkompliziert online tun. Durch einen Depot Vergleich findet sich das passende Produkt.

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