Copy Trading: Von erfolgreichen Anlegern profitieren

Ein immer beliebterer Trend beim Wertpapierhandel ist das Social Trading, das vor allem Einsteigern den Handel an der Börse erleichtern kann. Basis dieses Trends ist das sogenannte Copy Trading, das Kopieren erfolgreicher Portfolios. Eine Praxis, die bereits in analogen Zeiten Anhänger gefunden hat und nun mit dem Handel via sozialer Netzwerke einen Aufschwung erlebt. Dank der neuen Techniken können aus dem Copy Trading zahlreiche Vorteile gezogen werden. Wenige Klicks genügen, um die Anlageentscheidungen anderer User zu übernehmen und Geld zu investieren. Das klingt einfach, hat aber auch seine Tücken. Wer gut informiert ins Copy Trading startet, kann Fehler vermeiden.


So funktioniert Copy Trading

Die Grundidee des Copy Tradings ist einfach: Man kopiert die Trading Strategie eines anderen Anlegers, also kauft die gleichen Anlageprodukte und gestaltet sein Portfolio in derselben Art und Weise. Selbstverständlich macht es wenig Sinn, das Portfolio eines x-beliebigen Anlegers zu kopieren. Bestenfalls sucht man sich einen erfolgreichen Trader und ahmt dessen Trading Strategie nach. Beliebt sind dabei Börsengurus wie zum Beispiel Warren Buffet, dessen Anlagen von Millionen Menschen genauestens beobachtet werden. Mit dem Einzug des Internets und später des Social Trading wurde das Copy Trading revolutioniert, denn das Kopieren potentieller Portfolios ist seitdem stark vereinfacht und versetzt so auch Einsteiger in die Lage, mit Copy Trading erfolgreiche Anlagen zu tätigen.

Anlagen kopieren mit Social Trading Plattformen

Die meisten Social Trading Plattformen bieten die Möglichkeit zum Copy Trading. Vergleich mit anderen Anlegerportfolios und die Möglichkeit zur Interaktion runden das Angebot ab. Für viele steht aber das aktive Traden im Vordergrund. Und das wird mittels Copy Trading vergleichsweise einfach. Die Portfolios der User sind öffentlich und können bewertet werden. So kann man nicht nur an den Kursverläufen der Wertpapiere und den Gewinn-Verlust-Statistiken sehen, wie erfolgreich ein Trader ist, sondern man kann sich auch mit ihm und den anderen Usern über die Trading Strategie austauschen. Zusätzlich zeichnen die Plattformen erfolgreiche Trader als positive Signalgeber aus, so dass es leicht ist, passende Portfolios zum Kopieren zu finden. Erfolgreiche Anleger können mitunter sogar Provisionen erhalten, wenn Copy Trader ihrem Portfolio folgen oder es kopieren.

Der besondere Service, den viele Social Trading Plattformen bieten, ist das automatisierte Copy Trading. Man muss nicht mehr mühsam selbst das Portfolio nachbauen, sondern kann dies automatisch per Klick von der Software erledigen lassen. Entsprechend dem eigenen eingesetzten Budget wird dann in der gleichen Gewichtung auf die Wertpapiere gesetzt. Da man quasi das Portfolio eines anderen Anlegers spiegelt, wird auch der Begriff Mirror Trading für dieses Verfahren verwendet. Wer sich unsicher bei dieser Methode ist, sollte zunächst Demokonten anlegen und sich mit den Funktionen vertraut machen. Die meisten Plattformen bieten diese Testmöglichkeit an.

So funktioniert Copy Trading
Der Prozess des Copy Tradings

Copy Trading: Vergleich der Anbieter

Zwar beruhen die meisten Social Trading Plattformen auf dem Prinzip des Copy Tradings, doch unterscheiden sich die Ausführungen im Detail. Jeder Anbieter arbeitet nach einem eigenen System und mit unterschiedlichen Funktionen. So gibt es Plattformen die vor allem den aktiven Handel unterstützen, während andere den sozialen Aspekt und den Austausch der User untereinander in den Vordergrund stellen. Dies sollte bei der Wahl berücksichtigt werden. Vor allem bei Plattformen, die zugleich als Broker agieren, lohnt sich ein Social Trading Vergleich, der auch die Handelskonditionen, die möglichen Handelsinstrumente sowie Kosten und Leistungen bewertet.

etoro und ayondo – Anbieter mit Brokertätigkeit

Bei den beiden Anbietern etoro und ayondo haben User die Möglichkeit, direkt über die Social Trading Plattform zu handeln. Es wird kein Depot bei einem zusätzlichen Broker mehr benötigt, alle Transaktionen können direkt beim Social Trading Anbieter ausgeführt werden. Hat man also einen vielversprechenden Trader gefunden, kann man ohne viel Mühe dessen Portfolio kopieren und die notwendigen Schritte werden direkt auf der Plattform ausgeführt. Da es sich dabei aber um klassische Broker-Services handelt, sollte man genau auf die Kosten achten. In der Regel fallen bei Wertpapier-Transaktionen Gebühren an, im Falle der Social Trading Plattformen häufig mittels des Spread.

Bei ayondo und etoro können User lediglich in CFDs, also Differenzkontrakte auf Wertpapierkurse, investieren. Sie können damit auf die Wertentwicklung von Aktien, Indexfonds und Devisen setzen. Die international tätigen Anbieter haben beide nur Teilniederlassungen in Deutschland, dennoch unterliegen sie der Kontrolle von Finanzaufsichtsbehörden. ayondo wird von der britischen Financial Conduct Authority (FCA) beaufsichtigt, etoro von der zypriotischen CySec.

ZuluTrade und wikifolio – Anbieter ohne Brokertätigkeit

Social Trading Anbieter, deren Fokus auf der User-Interaktion liegen, sind zum Beispiel ZuluTrade und wikifolio. wikifolio bietet die Möglichkeit, Zertifikate aus unterschiedlichen Anlagepapieren zusammenzustellen. ZuluTrade beschränkt sich auf den Forex-Handel. Möchte man ein Portfolio nachkaufen, muss dies über separate Broker geschehen. ZuluTrade arbeitet dabei mit Partner-Brokern zusammen, bei denen User ein Forex-Konto eröffnen können. wikifolio arbeitet nicht mit festen Partnern zusammen, das heißt User können beim Broker ihres Vertrauens die Anlageideen umsetzen – vorausgesetzt man kann mit diesem an der Börse Stuttgart handeln. Grund hierfür ist, dass die aus der Plattform hervorgehenden wikifolio-Zertifikate nur an dieser Börse gehandelt werden. Da beide Anbieter keine Brokertätigkeit ausüben, werden für die Nutzung der Plattformen auch keine Gebühren erhoben. Erst bei der eigentlichen Transaktion beim jeweiligen Broker fallen Kosten an.

Copy Trading: Vergleich der Chancen und Risiken

Es hört sich einfach an: Einmal klicken und schon kann jeder mit der Anlage von Wertpapieren reich werden – dank der Anlageidee anderer findiger Köpfe auf den Social Trading Plattformen. So einfach und locker ist es allerdings nicht, schließlich geht es um echtes Geld und die meisten Handelsinstrumente wie Forex und CFDs sind äußerst risikoreich. Auch beim Copy Trading ist man vor Verlusten nicht geschützt. Die wichtigste Regel der Börse gilt auch für das Social Trading: Nur Geld investieren, dessen Verlust verschmerzbar ist.

Dennoch bietet das Copy Trading zahlreiche Vorteile. Nicht zuletzt die Möglichkeit, auch mit kleinen Beträgen auf den Social Trading Plattformen zu investieren, gibt Anfängern realistische Einstiegschancen. Als Copy Trader kann man viel aus den kopierten Strategien lernen, der Austausch mit den Signalgebern und anderen Anlegern erweitert zusätzlich das Wissen. So kann ein sanfter Einstieg in den Börsenhandel funktionieren. Es bleibt aber auch beim Copy Trading nicht aus, dass man sich selbst informiert und die Anlagestrategien der anderen hinterfragt. Wird dies berücksichtigt, kann sich Copy Trading sich als gute Investition erweisen.