OTC-Handel: „over the counter“ traden mit OTC-Brokern

Finanzprodukte können börslich und außerbörslich gehandelt werden. Außerbörslicher Handel wird oft auch OTC-Handel – kurz für over the counter, zu deutsch „über den Tresen“ – genannt. In Deutschland werden außerdem die Begriffe Freiverkehrs- und Direkthandel verwendet. Alle Bezeichnungen meinen das Gleiche, nämlich einen direkten Handel der Transaktionspartner auf dem Kapitalmarkt, also Käufer und Verkäufer. Historisch entspricht der OTC-Handel in Deutschland dem Telefonhandel, wobei heute die Transaktionen elektronisch und computergestützt ablaufen.

Besonderheiten der Transaktionen beim OTC Handel

Details und Kosten des OTC Handels

Weitere Konditionen und Details sowie Empfehlungen für Broker mit niedrigen OTC-Kosten finden Sie in der aktuellen Übersicht zum Thema außerbörslicher Handel.

Auszug Details ausserbörslicher Handel

Da der OTC-Handel eben nicht an der Börse stattfindet, unterliegt er auch nicht der Börsenaufsicht. Allein dadurch unterscheidet er sich bereits deutlich vom Börsenhandel. Während die staatliche Aufsicht etwa dafür sorgt, dass ein bestimmtes, nicht-standardisiertes Wertpapier an der Börse nicht gehandelt werden darf, ist es im OTC-Handel möglich, solche Beschränkungen zu umgehen. Die Kontrolle erstreckt sich nur auf reguläre Börsen.

Da die Transaktionen im OTC-Geschäft in der Regel direkt zwischen den Handelspartnern stattfinden – nur der OTC-Broker vermittelt –, fallen hier für gehandelte Wertpapiere niedrigere Transaktionskosten an. Denn da ja nicht an der Börse gehandelt wird, entfallen etwa die Gebühren für den Börsenplatz selbst und die dort tätigen Spezialisten. Anleger können also meist zu günstigeren Gebühren als an der Börse handeln.

Handel mit einem OTC-Broker

Privatanleger können über Online-Broker am OTC-Handel teilnehmen (Voraussetzung ist, dass dieser den Direkthandel unterstützt). Nur der Broker steht dann zwischen dem Anleger und dem Emittenten bzw. Makler eines Wertpapiers. Der Broker übernimmt die Orderausführung. Die Transaktion selbst ist eine Angelegenheit von wenigen Minuten oder gar Sekunden. Der Anleger kann über seinen OTC-Broker eine Kursabfrage beim Emittenten oder Makler stellen und erhält in der Regel umgehend den aktuellen Preis für eine Order. Um die übermittelten Konditionen auch zu erhalten, muss der Anleger dann innerhalb weniger Sekunden kaufen bzw. seine Kaufabsicht signalisieren. Denn der Emittent behält sich vor, bei plötzlichen Kursschwankungen doch nicht zu dem angegeben Preis zu verkaufen. Bestätigt auch der Verkäufer, kommt es zur Transaktion.

Risiken im OTC-Geschäft

Die fehlende Börsenaufsicht im OTC-Geschäft birgt auch ein erhöhtes Risiko, da der Markt nicht sehr transparent ist. Der Emittent oder Makler stellt den Preis, und der Anleger akzeptiert den Preis oder eben nicht. Anleger, die nicht über ausreichend Informationen zu Funktionsweise und Kurs eines bestimmten Wertpapiers verfügen, laufen Gefahr, für sie unvorteilhafte Transaktionen abzuschließen. Es ist also auf jeden Fall angeraten, sich vor einer Order eingehend mit dem gewünschten Produkt zu beschäftigen.

Außerbörsliche Handelsplätze

Wer dennoch von den niedrigeren Gebühren beim OTC-Geschäft profitieren möchte, kann über seinen OTC-Broker an einem außerbörslichen Handelsplatz wie Tradegate handeln. Ein solcher außerbörslicher Handelsplatz rangiert irgendwo zwischen regulärer Börse und dem klassischen Direkthandel. Der Begriff des außerbörslichen Handelsplatzes ist daher etwas irreführend, denn laut Definition sind auch sie Börsen. Und so unterliegen auch diese Handelsplätze der Börsenaufsicht.

Ein außerbörslicher Handelsplatz hat eine feste Auswahl an Handelspartnern. Das sind in erster Linie Banken, Versicherungen und Broker. Der OTC-Handelsplatz sammelt also alle die Unternehmen um sich, mit denen ein Anleger auch in den Direkthandel treten könnte. Gegenüber diesen Partnern erhebt der Handelsplatz Gebühren. Für den Anleger ergeben sich jedoch keine weiteren Gebühren. Deshalb bieten Broker für Transaktionen an diesen Handelsplätzen ähnlich günstige Konditionen wie für den klassischen OTC-Direkthandel. Ein weiterer Vorteil sind die längeren Handelszeiten. An außerbörslichen Handelsplätzen kann in der Regel zwischen 8 und 22 Uhr getradet werden.

Der passende Broker für den OTC-Handel

Auch wenn es mittlerweile der Standard ist, bietet nicht jede Bank und jeder Broker OTC-Handel an. Bei manchem Broker können zum Beispiel Transaktionen zwar an Börsen und außerbörslichen Handelsplätzen getätigt werden, nicht jedoch im eigentlichen Direkthandel mit dem Emittenten bzw. Makler. Als Anleger sollte man sich also nicht nur fragen, was man handeln möchte, sondern auch, auf welchem Weg Kauf und Verkauf zustande kommen sollen. OTC-Handel bietet günstige Konditionen, kann aber auch mit einem leicht erhöhten Risiko verbunden sein.