Aktienhandel: Weshalb sich die Jagd nach Trends nicht lohnt

Es ist vermutlich der Traum eines jeden Aktienkäufers so zu investieren, dass man von den guten Börsenphasen profitiert, bei schlechten Kursen aber keine Verluste erleidet. Natürlich ist es nur selbstverständlich, dass keiner, der einen Teil seines Vermögens in Aktien anlegt, erpicht darauf ist, etwas davon zu verlieren. Doch wer immer nur auf das richtige Timing wartet, um den vielversprechendsten Börsentrends nachzujagen, ist oft weniger erfolgreich als Anleger, die die Buy-and-Hold Strategie fahren. Denn wer seine Wertpapiere kauft und diese dann einfach liegen lässt und die Grundregeln des Aktienkaufs versteht, kommt auf lange Sicht günstiger davon.

Börsentrends sind keine Erfolgsgaranten

Was ist Buy-and-hold?

Hierbei handelt es sich um eine Anlagestrategie, bei der die Wertpapiere über einen langen Zeitraum nicht verkauft werden, sondern im Aktienportfolio verbleiben. Oft findet hierbei zusätzlich eine breite Streuung der Aktien statt. Durch das fehlende kurzzeitige Umschichten der Wertpapiere (z.B. Stock-Picking) kann zwar keine kurzfristig hohe Rendote erzielt werden, doch die Anlagestrategie ist durch die lange Dauer auch weniger spekulativ. Je höher die Transaktionskosten oder Börsengebühren sind, desto länger sollten die Papiere behalten werden, um dies wieder auszugleichen.

Bei dem Versuch an der Börse so viel Gewinn wie möglich zu machen, handeln viele Investoren nach der Devise „The trend is your friend“, folgen also aktuellen Börsentrends. Sie bemühen sich, den perfekten Zeitpunkt für Käufe und Verkäufe vielversprechender bzw. verlustbringender Aktien abzupassen. Wissenschaftler der Universität Frankfurt am Main fanden allerdings keine Anhaltspunkte dafür, dass die Wahl der richtigen Ein- und Ausstiegszeitpunkte auf Dauer zu höheren Gewinnen führt. Trotzdem scheint die Trendjagd für viele Aktionäre vor allem bei dem Gedanken daran, durch die Umgehung der schlechten Börsenphasen Verluste zu verhindern, sehr attraktiv zu sein.

So kaufen sie – oft mit eher mäßigem Erfolg – Papiere, deren Kurs vor kurzer Zeit gestiegen ist, in der Hoffnung, er steige auch weiterhin. Auch wer Trends anhand von technischen Analysen des Kurs-Charts ausmachen will, erhält auf lange Sicht meist kein besseres Ergebnis. Hauptgrund für das häufig enttäuschende Resultat, wenn man Trends folgt, ist die Unberechenbarkeit des Aktienmarktes. Er unterliegt naturgemäß Schwankungen, die zwar bestimmten Mustern folgen, jedoch innerhalb dieser Muster so stark abweichen, dass man keine festen Regeln ermitteln kann.

Geld sparen mit der richtigen Strategie

Der Versuch, durch eine Jagd auf Börsentrends nur Gewinne einzufahren und um Verluste herumzukommen, ist also selten so erfolgreich wie es sich der Anleger wohl wünschen würde. Experten empfehlen Investoren deshalb, Wertpapiere über einen längeren Zeitraum zu behalten. Die Buy-and-Hold Strategie ist auf lange Sicht schlicht billiger. Wer ständig Aktien kauft und verkauft, hat schon allein durch die Kauf- und Verkaufskosten höhere Ausgaben. Zusätzlich fällt es leichter, den Aufbau des Depots im Auge zu behalten, wenn sich dieser nicht ständig ändert. Denn der Erfolg an der Börse hängt vor allem von einer sinnvollen Zusammensetzung des Depots aus sicheren und chancenreichen Anlagen ab.

Für die Trendjagd braucht man Glück

Natürlich ist das richtige Timing wie bei so vielen Dingen auch an der Börse entscheidend über Erfolg oder Misserfolg. Berechnungen des Magazins Finanztest zufolge hätten Anleger, die in den besten 100 Wochen der letzten zehn Jahre dabei waren, aus 1000 in den Dax investierten Euros heute 57.200 Euro gemacht. Im Vergleich dazu haben diejenigen, die die 100 schlechtesten Wochen erlebt haben, nur noch 13 Euro übrig. Die Berechnungen zeigen aber auch, dass Investoren, die ihre 1000 Euro vor zehn Jahren in den Dax anlegten und dann einfach liegen ließen, sich heute immerhin über 2.600 Euro freuen können.

Hat man also Glück, ist es durchaus möglich, mit der Trendjagd hohe Summen verdienen. Auf der anderen Seite stehen allerdings große Verluste, wenn man die falschen Zeiträume erwischt. Wer also mit Buy-and-Hold auf Sicherheit setzt, hat langfristig hohe Chancen, Gewinn zu machen. Am unkompliziertesten wird der Handel an der Börse mit einem Online Broker. Den besten Online Broker für die persönlichen Ansprüche findet man am einfachsten im direkten Vergleich.

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