Was sind Aktien? Tipps, Anlagestrategien und Trends 2018

Aktien sind in Zeiten von niedrigen Zinsen nicht nur eine Kapitalanlage mit einer vielversprechenden Renditemöglichkeit. Gleichzeitig erwirbt man mit dem Kauf von Aktien Anteile an einem Unternehmen und profitiert damit von dessen wirtschaftlichem Erfolg. Geht es dem Unternehmen gut, steigt der Börsenkurs und damit die Rendite der Anleger. Doch wie funktionieren Aktien genau? Was sollten vor allem Aktien-Anfänger beim Handel an der Börse beachten? Und mit welchen Prämien und Konditionen kann der passende Broker dabei helfen, erfolgreich zu investieren?

Definition: Aktie

Aktien sind Wertpapiere, die an der Börse gekauft und verkauft werden können. Sie verbriefen Anteile an Unternehmen, die zum Beispiel als Aktiengesellschaft (AG), Societas Europaea (SE) oder Limited (Ltd) organisiert sind. Deshalb werden Aktien auch Anteilsscheine genannt. Wenn man früher eine Aktie kaufte, nahm man sie in Form einer schriftlichen Urkunde mit nach Hause oder deponierte sie im Bankschließfach. Aktien waren also wortwörtlich Wertpapiere. Heute existieren Aktien nur noch in digitaler Form, wechseln bei einem Verkauf also nur noch virtuell den Besitzer. „Die“ Aktie gibt es nicht. In Börsenkreisen werden verschiedene Aktienarten wie die Stammaktie oder die Vorzugsaktie unterschieden. Neben Aktien gehören auch Aktienfonds, ETFs oder Anleihen zu den Wertpapieren.

Aktien-Steuern

Alle Gewinne, die man beim Handel mit Aktien erzielt, müssen versteuert werden. Eine Aktien-Steuer an sich gibt es allerdings nicht; das Thema Aktien und Steuern ist komplex. Wer mit Aktien handeln will, sollte vor allem die Abgeltungssteuer, die Kapitalertragssteuer und die Ausländische Quellensteuer kennen.

Vorteile und Rechte von Aktieninhabern

Die Käufer einer Aktie – die Aktionäre – werden zu Anteilseignern und damit zu Miteigentümern des jeweiligen Unternehmens. Im Idealfall ermöglichen sie durch ihr Investment künftige Unternehmenserfolge und werden im Gegenzug am Gewinn beteiligt, den das Unternehmen erzielt. Dies geschieht in der Regel in Form von Gewinnausschüttungen, den Dividenden. Außerdem erwerben Aktionäre mit dem Aktienkauf bestimmte Rechte. Das Mitspracherecht bei relevanten Entscheidungen des Unternehmens können sie beispielsweise auf der Hauptversammlung geltend machen. Die meisten Privatanleger und Kleinaktionäre übertragen dieses Recht allerdings ihren Banken, üben es also selbst nicht aus.

Rückkauf von Aktien: Definition und Ziele

Unter Umständen können AGs einen Teil der von ihnen emittierten Aktien zurückkaufen. Dies geschieht meist aus einem bestimmten Grund: Durch die Verringerung der ausgegebenen Anzahl soll der Wert der verbleibenden Aktien erhöht werden. Unternehmen hoffen, dass ihre Aktien dadurch an Attraktivität gewinnen, Anleger verstärkt investieren und der Aktienkurs steigt.

Warum Unternehmen Aktien ausgeben

Mittels Aktien wird das Grundkapital eines Unternehmens in kleinere Anteile zerlegt. Dabei bestimmt das Unternehmen selbst, in wie viele Anteile das Grundkapital aufgeteilt wird und wie viele Aktien zum Handel freigegeben werden. In den meisten Fällen geht ein Unternehmen an die Börse, um kurzfristig an Eigenkapital zu kommen. Das hat verschiedene Gründe. Zum Beispiel kann es sein, dass das Unternehmen ein neues, vielversprechendes Projekt verwirklichen oder expandieren will. Auch eine geplante Investition im Ausland kann eine kurzfristige Beschaffung von Eigenkapital nötig machen. Die Ausgabe von Aktien ist für das Unternehmen dabei in vielen Fällen lukrativer als die Aufnahme eines Kredits: Ein Kredit bedeutet Schulden, und die müssen zurückgezahlt werden.

Wie der Handel mit Aktien funktioniert

Die Frage: „Wie kauft man Aktien?“ ist einfach zu beantworten: Um an der Börse handeln und damit Aktien kaufen zu können, braucht man ein Aktiendepot. Das Depot kann entweder bei der Filialbank vor Ort oder bei einem Online Broker eröffnet werden. In der Regel ist das online und in nur wenigen Schritten möglich. Allerdings sollte man sich vorab über die Konditionen des jeweiligen Brokers informieren, um nicht unnötig Gebühren zu bezahlen. Beispielsweise verzichten die meisten Broker auf Depotführungsgebühren.

In drei Schritten zur Aktie

Broker suchen, Depot eröffnen, Aktien kaufen – der Aktienkauf ist in nur drei Schritten möglich. In der Regel kann jeder Schritt einfach online abgewickelt werden. Wer sich vor seinem ersten Aktienkauf gerne persönlich beraten lassen möchte, kann aber auch seinen Bankberater vor Ort kontaktieren.

Aktien kaufen, wie geht das?

Ist das Depot eröffnet, kann man mit dem Aktienkauf starten. Die Wertpapierorder, also der Auftrag zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren, wird in der Regel vom Anleger selbst online über die Internetseite des Brokers platziert. Dazu benötigt man lediglich die Wertpapierkennnummer (WKN) und den Börsenplatz. Gibt man die WKN ein, wird einem bei den meisten Brokern angezeigt, an welchen Börsenplätzen die Aktie gelistet ist, wo man sie also kaufen kann. In Deutschland gibt es sechs regionale Börsenplätze sowie das XETRA-System der Börse Frankfurt. Anleger können sich aber auch für den Handel an ausländischen Börsen entscheiden. Dabei gilt es, die jeweiligen Handelszeiten und Börsengebühren zu beachten, denn sie variieren regional.

Außerbörslicher Handel

Beim außerbörslichen oder Direkthandel wickeln Anleger ihre Transaktionen direkt mit dem Emittenten ab. Das hat den Vorteil, dass man sich Börsengebühren spart und Transaktionen sehr schnell durchführen kann. Allerdings ist das Verlustrisiko vergleichsweise hoch, denn der außerbörsliche Handel wird nicht staatlich überwacht. Entsprechend viele unseriöse Anbieter tummeln sich auf dem Markt.

Aktien verkaufen: Was man beachten sollte

Wenn man als Anleger in Aktien investiert, gibt es im Idealfall zwei Möglichkeiten Geld zu verdienen.

  • Erstens: Man hält seine Aktien und bekommt eine Dividende.
  • Zweitens: Man verkauft seine Aktien, wenn ihr Kurs gestiegen ist.

Wie der Kauf ist auch der Verkauf von Aktien mit wenigen Klicks erledigt. Gerade bei Aufwärtstrends fällt es vielen Anlegern jedoch schwer, ihre Aktien abzustoßen. Schließlich will man von den steigenden Kursen so lange wie möglich profitieren. Deshalb sollte man sich am besten ein Kursziel oder einen Stichtag setzen, bei / an dem tatsächlich verkauft wird. Vor ganz anderen Problemen steht der Aktieninhaber, wenn der Kurs der Aktie seit der Investition gesunken ist. Wenn nicht absehbar ist, dass der Kurs wieder steigt, gilt es auch in dieser Situation einen Stichtag oder einen Mindest-Kurstiefstand zu definieren, zu dem spätestens verkauft wird. Auf diese Weise kann der Kapitalverlust zumindest begrenzt werden. Denn geht das Unternehmen tatsächlich Konkurs und man hat die Aktien bis zum Ende gehalten, ist das investierte Geld weg.

Grundsätzlich ist es sowohl beim Kauf als auch beim Verkauf von Aktien empfehlenswert, ein Limit zu setzen. Ist der Verkaufsauftrag unlimitiert, wird zum aktuellen Kurs verkauft – egal wie gut oder schlecht er gerade ist. Bei einem Verkaufsauftrag mit Limit dagegen wird nur dann verkauft, wenn mindestens der Preis erzielt wird, der durch das Limit vorgegeben ist.

Wie werden Aktienkurse gebildet?

Die Bildung von Aktienkursen findet in erster Linie an der Börse statt, die Teil des organisierten Kapitalmarkts ist. Der Börsenkurs einer Aktie gibt dabei den Preis an, zu dem eine Aktie gehandelt wird. Die Ermittlung und Festlegung dieses Preises basiert auf dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage der jeweiligen Aktie und ist die Aufgabe des Skontroführers. In der Regel arbeitet der Skontroführer für das Unternehmen eines Börsenmaklers und ist auf Objektivität und Neutralität vereidigt. Mittlerweile findet die Kursberechnung allerdings häufig nur noch über Computer ohne menschliche Unterstützung statt. Festgelegt wird in der Regel der Preis, der den größten Umsatz ermöglicht.

Kurz erklärt: Der erste Aktienkurs eines Unternehmens

Emission

Als Emission wird die Ausgabe von Aktien bzw. allgemein von Wertpapieren und deren Platzierung an der Börse bezeichnet. Geht ein Unternehmen das erste Mal an die Börse, spricht man von Neuemission. Der erste Kurswert einer Aktie wird entsprechend Emissionspreis genannt.

Plant eine Unternehmen seinen Börsengang (= IPO: Initial Public Offering), wird der Emissionspreis der ersten Aktien durch das so genannten Bookbuilding-Verfahren ermittelt. Im Rahmen dieses Verfahrens wirbt das Unternehmen in der Regel bei Großinvestoren wie Kreditinstituten oder Investmentgesellschaften um die Abnahme der Aktien und stellt dabei fest, wie stark die Aktien nachgefragt sind. Am Ende dieser Werbung wird die Bookbuilding-Spanne festgelegt. Innerhalb dieser Spanne bewegt sich dann der spätere Aktienkurs.

Anlagestrategien und Trends

Beim Aktienhandel gibt es keine Musterlösung dafür, wie man am besten agieren oder welche Anlagestrategien man nutzen sollte. Manche Trader schwören auf Methoden der Chartanalyse, um den günstigsten Kauf- bzw. Verkaufszeitpunkt für eine Aktie zu ermitteln. Um herauszufinden, in welche Aktien man überhaupt investieren sollte, gehen viele Trader nach dem so genannten Value Investing vor. Dabei geht es vor allem darum günstige Aktien zu finden, die an der Börse potentiell unterbewertet sind. Dazu wird der so genannte wahre Wert einer Aktie ermittelt und mit ihrem aktuellen Marktwert vergleichen. Value Investing ist eng mit der FundamentalanalyseFundamentalanalyse verknüpft.

Außerdem gibt es immer wieder bestimmte Anlagetrends, mit deren Hilfe man dem Ziel einer möglichsten hohen Rendite zumindest näherkommen soll. Zum Beispiel bieten viele Online Broker mittlerweile die Möglichkeit eines Aktien-Sparplans an. Statt einmalig in Aktien zu investieren, kauft man dabei Stück für Stück Einzelaktien eines ausgewählten Unternehmens und stockt auf diese Weise seine Anteile am Unternehmen kontinuierlich auf. Das Verlustrisiko bei der Investition in Aktien nur eines Unternehmens ist relativ hoch. Anleger sollten deshalb am besten nach einem Broker suchen, bei dem es möglich ist, einen Sparplan für mehrere Aktien einzurichten. Immer mehr Zuspruch bekommt derzeit außerdem das Traden mithilfe von Robo Advisorn. Dabei wird zunächst das Risikoprofil des Anlegers durch spezifische Fragen ermittelt. Im Idealfall kann sich der Anleger danach zurücklehnen, denn der Robo Advisor verwaltet das Portfolio automatisch.

Börseneinstieg mit Mitarbeiteraktie

Viele Unternehmen bieten ihren Arbeitnehmern die Möglichkeit Mitarbeiteraktien zu erwerben. Diese sind meist sehr kostengünstig oder gar komplett kostenlos. Gerade, wenn Sie noch nicht so erfahren sind, bieten sich Gratisaktien besonders gut für den Börseneinstieg an, da diese komplett risikofrei sind. Aber auch vergünstigte Aktien senken das Investitionsrisiko.

5 Tipps für den Aktienanfang

Die Frage, welche Aktien man am besten kaufen sollte oder welche Aktien sich lohnen, kann nicht pauschal beantwortet werden, denn jeder Anleger hat eine andere Risikobereitschaft, andere Ziele und Vorlieben. Diese fünf Tipps können jedoch helfen, den Einstieg an der Börse zu erleichtern:

  • Musterdepot anlegen: Viele Anbieter stellen auf ihren Internetseiten so genannte Musterdepots zur Verfügung, die im Prinzip wie ein normales Depot funktionieren. Anleger haben darüber die Möglichkeit, mit einer selbst gewählten, virtuellen Geldsumme in Aktien und andere Wertpapiere zu investieren. Um mit dem System Börse vertraut zu werden, kann es gerade für Anfänger sinnvoll sein, diesen Service zu nutzen.
  • Finanziellen Rahmen festlegen: Grundsätzlich ist es empfehlenswert, sich gut zu überlegen, wie viel Geld man investieren möchte bzw. kann. Da das Verlustrisiko bei Wertpapiergeschäften im Vergleich zu klassischen Geldanlagen relativ hoch ist, sollte man mit einer Summe handeln, die man im Falle eines Verlustgeschäfts finanziell verschmerzen könnte.
  • Anlageziel definieren und Anlagestrategie festlegen: Für diesen Punkt ist die Frage „Was will ich mit der Investition in Aktien erreichen?“ zentral. Geht es vor allem um eine Maximierung der Rendite? Will man kurzfristig oder langfristig investieren? Um diese Fragen beantworten zu können, ist es bei seriösen Online Brokern üblich, dass man im Zuge der Depoteröffnung in eine bestimmte Risikoklasse eingestuft wird und ein so genanntes Anlegerprofil erhält. In der Regel ist es sinnvoll, auf langfristige Rendite zu setzen und die Anlagen breit zu streuen, also nicht nur auf ein oder zwei Aktien zu setzen.
  • Passenden Broker suchen: Vor der Depoteröffnung ist es empfehlenswert, sich umfassend über die verschiedenen Konditionen und Gebühren von Banken und Brokern zu informieren: Die Auswahl ist groß, so dass man bei gründlicher Suche ein Depot ohne Grundgebühr und mit günstigen Ordergebühren finden sollte. Grundsätzlich sollte darauf geachtet werden, dass die Konditionen des Brokers zum persönlichen Anlageziel passen.
  • Aktientipps mit Vorsicht genießen: Googelt man den Begriff „Aktientipps“, stößt man unter Umständen auf Internetseiten, die mit Insiderinformationen und Insidertipps oder mit so genannten Trendaktien werben. Dem Leser wird zum Beispiel offengelegt, welcher große Firmenchef aktuell in welche Aktien investiert hat. Solche Seiten sind jedoch meist mit Vorsicht zu genießen, denn oftmals sind sie unseriös. Um nicht auf diese angeblichen Tipps reinzufallen, sollte man sich vor der Spekulation auf Aktien am besten über seinen Online Broker oder Bankberater umfassend über die aktuelle Lage auf dem Aktienmarkt informieren.
Der DAX

Der Deutsche Aktienindex spiegelt die Entwicklung der 30 umsatzstärksten deutschen Unternehmen wider, die an der Börse gelistet sind. Der DAX wurde erstmals im Jahr 1988 berechnet und gilt seitdem als Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft.

Aktien als Altersvorsorge

Aktien sind oft nicht nur eine sinnvolle Alternative zu den klassischen Sparanlagen wie Sparbuch oder Tagesgeldkonto – mit der richtigen Anlagestrategie können sie auch als Altersvorsorge dienen. Will man Aktien als Altersvorsorge nutzen, sollte man allerdings darauf achten, nicht zu spekulativ zu investieren, sondern das Risiko breit zu streuen. Schließlich soll das Ersparte nicht verloren gehen, sondern im besten Fall vermehrt werden. Investiert man beispielsweise in Aktienfonds, verringert man das Verlustrisiko im Vergleich zu einem Investment in Einzelaktien deutlich, denn Fonds umfassen eine Vielzahl von Aktien. Außerdem gibt es die Möglichkeit, einen Fonds- oder ETF-Sparplan abzuschließen. Anders als beim Direktkauf investiert man so nicht einmalig eine bestimmte Summe an Kapital, sondern kauft monatlich oder quartalsweise Aktien oder Fonds. Auf diese Weise wird die Kapitalanlage schrittweise aufgestockt und Sparer können frühzeitig vorsorgen.

Die Tücken des Aktienhandels

Aktien sind langfristig eine der renditestärksten Anlagemöglichkeiten. Außerdem ist es in Zeiten des Computerhandels so einfach wie nie, Aktien zu kaufen: Hat man erst sein Depot bei einem Online Broker eröffnet, ist man von seiner ersten Wertpapiertransaktion nur noch ein paar Klicks entfernt.

Allerdings hat der Aktienhandel seine Tücken. Um langfristig Gewinne verzeichnen zu können, sollte man vorab in Erfahrung bringen, welche Gebühren für den Aktienhandel fällig werden und welche Produkte am besten zum persönlichen Risikoprofil passen. Außerdem gilt es, die Aktiengewinne zu versteuern – und das ordnungsgemäß.

Hat man sich umfassend informiert und an der Börse einigermaßen zurecht gefunden, können Aktien oder andere Wertpapiere zum Beispiel eine sinnvolle Ergänzung zu klassischen Altersvorsorgeprodukten sein. Viele Anleger gehen heute auch dazu über, nicht nur für sich selbst in Aktien zu investieren, sondern zu Geburtstagen oder zu Weihnachten Aktien zu verschenken. Das Risiko, das der Handel an der Börse birgt, sollte einem dabei jedoch stets bewusst sein.